Glosse Knecht Ruprecht soll umsatteln

 Ein Helfer empfängt als Knecht Ruprecht verkleidet am Freitag (30.11.2007) im Wildpark Eekholt bei Großenaspe (Kreis Segeberg) eine Schulklasse. Der Gehilfe des Nikolaus kam in den Park und übte schon mal für den 1. Advent. An den Advents-Sonntagen können Kinder und Erwachsene im Wildpark diverse Stände besuchen und Knecht Ruprecht beim Füttern begleiten. Foto: Christian Hager dpa/lno (zu dpa/lno "Adventsbummel im Wildpark Eekholt - «Knecht Ruprecht» füttert Tiere") +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Download am 06.12.2018 für BUNTE
Ein Helfer empfängt als Knecht Ruprecht verkleidet am Freitag (30.11.2007) im Wildpark Eekholt bei Großenaspe (Kreis Segeberg) eine Schulklasse. Der Gehilfe des Nikolaus kam in den Park und übte schon mal für den 1. Advent. An den Advents-Sonntagen können Kinder und Erwachsene im Wildpark diverse Stände besuchen und Knecht Ruprecht beim Füttern begleiten. Foto: Christian Hager dpa/lno (zu dpa/lno "Adventsbummel im Wildpark Eekholt - «Knecht Ruprecht» füttert Tiere") +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Download am 06.12.2018 für BUNTE © Foto: Christian Hager/dpa
Berlin / Michael Gabel 07.12.2018

Sie sind wild, manchmal frech, und einige raufen gern – darin unterscheiden sich Kinder von heute kaum von ihren Vorgängergenerationen. Nur die Eltern sind heute anders. Wie die Mutter aus Hamburg, die sich bei einem Kita-Streit ihres Dreijährigen mit einem Spielkameraden nur zu helfen wusste, indem sie die Notrufnummer 110 wählte. Als die Polizei kam, hatte sich die Lage längst entspannt: Das Streitobjekt Dreirad lag unbeachtet in der Ecke.

Der Glaube an Autoritäten scheint also noch vorhanden zu sein. Aber weshalb verliert dann ein gewisser Knecht Ruprecht derzeit dramatisch an Ansehen? Die nordrhein-westfälische Grünen-Landtagsabgeordnete Josefine Paul hält ihn für „nicht mehr zeitgemäß“ und findet viel Zustimmung. Sie fordert, der Helfer des Heiligen Nikolaus solle Kindern nicht mehr drohen, wenn sie nicht artig waren, und seine Rute zu Hause lassen. Stattdessen sei seine Aufgabe, „beim Tragen der Süßigkeiten helfen“.

Aber dürfen es denn überhaupt Süßigkeiten sein? Und wenn ja, sollen sie zuckerfrei sein? Solche und ähnliche Fragen werden immer wichtiger.

Zum Beispiel jene Geschichte zum Weihnachtsmann: Kann man einen älteren weißen Herrn mit geröteter Nase – wovon wohl? – überhaupt auf unseren Nachwuchs loslassen? Und wie ist es mit Geschenken? Sie gibt es dann auch nicht mehr. Es sei denn, ein Kind ruft die Polizei.

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