Sorge um DSDS-Star Daniel Küblböck: Ein Leben auf der Suche

Berlin / dpa/afp/swp 10.09.2018
Der bei einer Kreuzfahrt über Bord gegangene Sänger Daniel Küblböck hat seit seinem Auftritt bei DSDS und im Dschungelcamp versucht, sich eine Existenz aufzubauen. Seine Fans blieben ihm treu.

Die künstlerischen Zukunftspläne von Daniel Küblböck reichten bis Ende nächsten Jahres: Seit wenigen Wochen bot er für 159,90 Euro Karten für ein Silvesterkonzert am 31. Dezember 2019 in Nürnberg an, um mit seinen Fans „voller Hoffnung, Zuversicht und Neugier“ ins nächste Jahrzehnt hinein zu feiern. Doch für seine Anhänger ist die Lage nun verstörend: Dass Küblböck nach seinem Sprung in den Atlantik vor Neufundland noch lebend geborgen werden kann, gilt als unwahrscheinlich.

Karrierehöhepunkt vor 15 Jahren

In der Öffentlichkeit taucht Küblböck seit längerem vor allem unter der Frage „Was macht eigentlich . . ?“ auf. Seine größte Bekanntheit hatte er vor etwa 15 Jahren. Er war sowohl in der ersten Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), als auch in der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps dabei. Dabei sorgte er als schriller, aber sympathischer Kandidat mit für den großen Zuschauererfolg der Formate.

Der am 27. August 1985 im niederbayerischen Hutthurm geborene Sänger hat erst kürzlich seinen 33. Geburtstag gefeiert. Trotz seiner Neustarts in den vergangenen Jahren bewahrte er sich eine treue Fangruppe und hielt zu ihr Kontakt in sozialen Netzen. Dort fragen sich nun viele Fans, was  ihn in seinen letzten Tagen umtrieb. Ein in der „Bild“-Zeitung veröffentlichtes Foto zeigt ihn in einem Kleid mit hochhackigen Schuhen; es soll während der Kreuzfahrt in Richtung New York entstanden sein.

Küblböck in Frauenkleidern

Auf Instagram existiert neben seinem offiziellen Profil noch ein anderes, das von Küblböck angelegt worden zu sein scheint. Mit „Künstlerin. Schauspielerin. Transsexuell“ ist das Profil umschrieben, auf dem mehrere Fotos von Küblböck in Frauenkleidern veröffentlicht wurden.

Dass der Sänger fortdauernd auf der Suche war, zeigen seine wechselnden Aktivitäten. Nach 2004 war sein Erfolg sehr schnell verglüht. Er versuchte sich in verschiedenen Stilrichtungen, sang statt Pop Jazz oder Soul. Er ließ sich in Tanz ausbilden und investierte  in Solaranlagen.

2011 ließ Küblböck sich von einer Gönnerin und Geschäftsfrau adoptieren. Seither trägt er den Namen Kaiser-Küblböck, weil seine von ihm als „Omi“ bezeichnete Adoptivmutter Kaiser heißt.

Der Kreuzfahrt-Veranstalter Aida Cruises äußerte bereits am Sonntag die begründete Annahme, dass Küblböck absichtlich gesprungen sei. Die Wassertemperatur im Meer vor Labrador ­beträgt etwa 10,5 Grad; ein Überleben ist dort allenfalls wenige Stunden möglich. Die kanadische Küstenwache hat am Montag die Suche nach dem 33-Jährigen aus der Luft fortgesetzt. Am Abend wurde sie eingestellt.

Mobbing-Vorwürfe und ein geschockter Bohlen

Die Schauspielschule, die Küblböck zuletzt besucht hat, wehrt sich gegen Mobbing-Vorwürfe. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, hieß es in einer Erklärung der Schule. „Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers. Die ETI Schauspielschule Berlin möchte zum Schutz der Privatsphäre von Daniel zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den Gerüchten tätigen.“ Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Eintrag, in dem von monatelangem Mobben an seiner Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nicht eingegriffen zu haben.

Dieter Bohlen, Musikproduzent und Juror der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“, der Küblböck seit der ersten Staffel 2003 kennt, äußerte sich „total geschockt“. Über Küblböck sagte der 64-Jährige: „Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals schon gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm.“ dpa

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