Der Komiker Atze Schröder (54) hat sich bei der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi für die Nazi-Verbrechen seines Vaters entschuldigt. „Es waren viele Tragödien in unserer Familie, die unter den Teppich gekehrt wurden“, sagt Schröder in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz (Donnerstag).

Sein Vater, der vor neun Jahren starb, habe als Soldat die „schlimmsten Sachen“ im Krieg gemacht. Schröder gibt Szepesi in der Sendung die Hand und entschuldigt sich.

Sein Vater sei mit 17 Jahren aus dem Haus gegangen, mit 30 zurückgekehrt. „Nach dem Krieg hat er sich entschieden, diese Tür erstmal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen“, erzählt Schröder.

Eva Szepesi gerührt von Atze Schröders Geste

Eva Szepesi (87) überlebte den Holocaust als junges Mädchen. Nach der Aufzeichnung der Sendung sagte Schröder, er sei von Szepesis Geschichte so berührt gewesen, dass er das Gefühl hatte, seine Geschichte erzählen zu müssen. „Mich für die Taten meines Vaters und seiner Täter-Generation zu entschuldigen. Wir dürfen nie vergessen!“

Szepesi bezeichnete Schröders Geste nach der Aufzeichnung als „absolut außergewöhnlich“. So eine Entschuldigung erlebe sie nur ganz selten, das sei ihr menschlich sehr nahe gegangen. Begleitet wurde Szepesi in der Sendung von ihrer Tochter Anita Schwarz.

Atze Schröder: Was sein Vater im Krieg machte

Der „Bild“-Zeitung berichtet Schröder am Tag nach der Sendung, was sein Vater im Zweiten Weltkrieg genau machte. „Er war kein Offizier, er war Panzerfahrer und gehörte auch keiner Partei an“, so Schröder und erklärt weiter: „Er wurde 1941 für die Wehrmacht in den Krieg eingezogen und stand vier Jahre an der Front. Später wurde er im Kaukasus gefangengenommen und war sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit musste er im Bergwerk arbeiten.“ Außerdem betont der Comedian der Zeitung gegenüber noch einmal: „Meine Entschuldigung galt stellvertretend für meinen Vater für die Gräuel der Wehrmacht.“