Ferngesteuert Astro-Alex steuert irdischen Roboter aus dem All

Der Roboter heißt Justin und balanciert einen blauen Ball. Foto: Matthias Balk
Der Roboter heißt Justin und balanciert einen blauen Ball. Foto: Matthias Balk © Foto: Matthias Balk
Weßling / DPA 17.08.2018

Langsam dreht sich Justin - und dann winkt er erst einmal: Den Befehl hat der Roboter im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Weßling von dem Astronauten Alexander Gerst bekommen, der Justin vom Internationalen Raumstation ISS aus rund 400 Kilometern Höhe steuert.

„Back to work“, sagt Gerst. Er ist am Freitag schließlich nicht zum Spaß für ein paar Stunden Justins Chef. Der Astronaut probt mit dem Roboter den Einsatz bei verschiedenen Szenarien, darunter die Wartung und Reparatur von Solar-Panelen vor einer Marslandschaft. Diese ist im Institut für Robotik und Mechatronik des DLR aufgebaut.

Die erste Aufgabe gestaltete sich anfangs langwieriger als gedacht - denn der Abgleich zwischen Gersts Tablet auf der ISS und der realen Position von Justin auf der Erde fehlte. Am Ende meisterten Gerst und Justin das Problem gemeinsam.

Der Roboter sei der verlängerte Arm des Astronauten, sagte der Institutsleiter Markus Grebenstein. Bei künftigen Missionen könnten die Maschinen die Raumfahrer von Aufgaben entlasten, auf langen Missionen zum Mars auch medizinisch helfen - dann wiederum ferngesteuert von Ärzten auf der Erde. Auf der Erde wiederum wird derzeit der Einsatz von ferngesteuerten Robotern in der Pflege vorbereitet. Auch bei Katastrophen übernehmen Maschinen bereits Aufgaben, die beispielsweise Menschen zu gefährlich sind.

DLR über Robotersteuerung aus der Schwerelosigkeit

Roboterassistierte Chirurgie an der Klinik der TUM

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel