Musiker „James-Dean-Effekt“: Falco ist unvergessen

So rockte er Amadeus, so liebten ihn die Fans: Falco.
So rockte er Amadeus, so liebten ihn die Fans: Falco. © Foto: Jörg Schmitt
Wien / dpa 06.02.2018
Vor 20 Jahren starb der weltberühmte österreichische Musiker Falco – sein Nachruhm hält unvermindert an.

Das süße Leben der Karibik lockte. Sonne, Strand, Sex und Drogen. Und Falco wollte nur noch weg. Weg aus der Millionenstadt Wien, in der er unter permanenter Beobachtung stand. Die Menschen und die Medien hörten nicht auf, sich für seine Exzesse zu interessieren. Doch das Dasein unter Palmen in der Dominikanischen Republik bekam ihm nicht allzu gut. „Er war alles andere als in Bestform“, sagt sein Biograf Peter Lanz.

Am 6. Februar 1998 stieß der betrunkene, zugekokste Sänger am Steuer seines Geländewagens bei der Ausfahrt vom Parkplatz einer Disco frontal mit einem Bus zusammen. Gerüchte über einen Suizid entbehrten jeder Grundlage, ist Experte Lanz auch 20 Jahre nach dem Tod von Österreichs Poplegende überzeugt.

Falcos Karriere war 1982 mit „Der Kommissar“, dem ersten weltweit erfolgreiche Rapsong eines Weißen, so richtig losgegangen. 1985 landete er mit „Rock Me Amadeus“ seinen größten Hit, der Song kletterte auf Platz eins der US-Charts. Doch Falcos Leben geriet aus den Fugen, es wurde von Drogen bestimmt.  Besonders schlimm war für ihn, als er erfuhr, nicht der Erzeuger seiner geliebten Tochter zu sein.

Der Aufstieg des Wieners, sein turbulentes Leben, seine umstrittenen Songs, sein Niedergang, sein Comeback, sein Tod mit nur 40 Jahren – das sind alles Zutaten für ein prominentes Nachleben. „Wie ein James-Dean-Effekt“, meint Lanz. Als Musikgenie und Künstler sei Falco heute lebendiger als je zuvor. Die CDs verkaufen sich gut, das tourende Falco-Musical ist oft ausverkauft.

Dieser Johann Hölzel hatte mindestens zwei Gesichter, mal gab er den Netten, mal war er deutlich weniger nett. Er sei ein zerrissener Typ gewesen, erinnert sich die nicht-leibliche Tochter Katharina. Zum Trost die Drogen? Wie ein lakonischer Warnruf klingt seine Haltung zum Kokain: „Experimentiert habe ich damit nie, ich habe es immer nur genommen. Ich kann euch also berichten, es führt nirgendwo hin. Es kostet Geld und Zeit und ist zum Auslassen.“