Liedermacher Walter Spira: Kindskopf mit dem großen Herzen

Liedermacherlieder mit Walter Spira.
Liedermacherlieder mit Walter Spira. © Foto: Matthias Kessler
Walter Notz 16.01.2017

Mit seiner „Nacht der Liedermacherlieder“ für die Aktion 100 000 und Ulmer helft traf Walter Spira wieder einmal voll in die Herzen seiner Fans. Und das doppelt. Am Freitag- und am Samstagabend feierte ihn sein Publikum im Edwin-Scharff-Haus. Den Mann, der mit innerster Überzeugung „Ich wollte nie erwachsen werden“ singt, darf man getrost einen ewigen Kindskopf nennen – im besten Sinne des Wortes. Spira ist einer, der mit tiefster Überzeugung an das Gute im Menschen glaubt, dem es riesige Freude macht, sein Gegenüber glücklich zu sehen.

Das mag in seinem Leben nicht immer so gewesen sein, und Spira macht auch keinen Hehl aus seiner Vergangenheit, sondern er verarbeitet sie in Liedern wie „Große Ziele, Träume“, um gleich darauf seine witzig-ironische Betrachtung über „D’Yuccapalm von d’r Ursula“ zu singen oder kurzerhand der Tochter einer Mitmusikerin ein Geburtstagslied zu widmen. Ein echter Menschenfreund, dieser Spira, der sich auch auf der Bühne mit vielen Menschen umgibt. Der bunten, mitreißenden Tanzformation Ritmo Latino, dem stimmgewaltigen Chor Voices of Soul, der Sängerin Birgit Hecht und einer exzellenten Begleitband. Was die Streicher, Bläser, Backgroundsänger, was die Musiker unter Leitung von Markus Munzer-Dorn auf der Bühne zaubern, verdient höchsten Respekt: Liederperlen wie „Genug ist nicht genug“ von Konstantin Wecker  und „Das Narrenschiff“ von Reinhard Mey, „Uschi“ von Stephan Sulke, „La maladie d’amour“ von Michel Sardou.

Es sind diese Art Lieder, welche „die Nacht der Liedermacherlieder“ zu etwas Besonderem machen. Lieder, die Spira mit Herzenswärme und mit Überzeugung interpretiert. Andererseits hat das Kind im Manne Spira auch immer eine Lust am Spektakel, am Verkleiden. Ob spanischer Macho, Voodoo-Priester oder schöner Gigolo. Gerade noch übers Leben philosophiert – und schon wird mit den Tänzerm ein heißer „Schwabenmambo“ aufs Parkett gelegt.