Marina und Irina Fabrizius sind in mancher Hinsicht anders als ihre Kommilitonen. Einige ihrer fast monochromen, Ruhe ausstrahlenden großformatigen Bilder haben die beiden 33-Jährigen schon an Sammler verkauft. "Nur Zwillinge zu sein, das reicht nicht", sagen die Meisterschülerinnen des Österreichers Herbert Brandl. "Die Bilder müssen auch Qualität haben." Das bedeutet aber nicht, dass die beiden den Durchbruch geschafft hätten. Sie hatten schon eigene Ausstellungen, hoffen aber wie viele andere, dass Galeristen beim jährlichen Akademierundgang am Ende des Wintersemesters aufmerksam werden, denn der gilt als Talentbörse.

Als sie neun waren, zog die Familie aus dem kasachischen Kustanai nach Baden-Württemberg. Als Kinder malten beide noch getrennte Bilder, aber schon die gleichen Motive.

Für die Aufnahmeprüfung bereiteten sie zwei Mappen vor. Auf der einen stand "unzer", auf der anderen "trennlich". Anfangs malten Marina und Irina noch getrennt. Dann durfte die eine in das Bild der anderen eingreifen: "Wir haben uns wie befreit gefühlt. Es war das perfekte Bild." Mit der Lasurmalerei haben die Zwillinge eine komplexe Technik gewählt: 12 bis 15 Schichten trugen sie nebeneinander stehend auf ihre Examensbilder auf. Über mehr als ein halbes Jahr hinweg. "Wie eine Person mit vier Händen sind wir im Bild vereint", sagen sie.