Historischer Roman Unaufgeregt meisterhaft

Zürich / Helmut Pusch 30.06.2018

Der Mann kann alles: vom Kinderbuch bis zum Thriller. Besonders virtuos beherrscht der Schweizer Autor Lukas Hartmann aber das Genre des historischen Romans, und dazu gehört „Ein Bild von Lydia“ (Diogenes, 368 Seiten, 24 Euro). Dessen tragische Heldin ist Lydia Escher-Welti (1858-1891). Sie ist klug, kunstbegeistert und nach dem Tod ihres Vaters, des Eisenbahnkönigs Alfred Escher, die reichste Frau der Schweiz. Sie ist verheiratet mit dem Sohn eines mächtigen Politikers – und bereit das alles aufs Spiel zu setzen, aus Liebe zu dem Künstler Karl Stauffer. Erzählt wird das Ganze aus der Sicht des Dienstmädchens Luise – einer dieser Kniffe, mit denen Hartmann ganz leichthändig und auf kurze Distanz zur Handlung Zeit- und Sozialgeschichte einarbeitet. Das ist ebenso unaufgeregt wie meisterhaft.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel