Seiten-Bühne Überall Nazifahnen und ein Treffen mit Pelé

Ulm / abo 14.07.2018

Unter der Überschrift „Pelé und Stallone gegen Nazis“ hatten wir im Feuilleton dieser Zeitung jüngst über elf Fußballfilme geschrieben  – der Titel bezog sich auf den skurrilen Film „Escape To Victory“ aus dem Jahr 1981. Dieser Streifen erzählt von einem (fiktiven) Fußballspiel zwischen Wehrmachts-Soldaten und Kriegsgefangenen in einem Lager. Filmstars wie Sylvester Stallone und Max von Sydow spielten darin mit, aber auch Fußballstars wie Pelé und Bobby Moore. Als die Ulmerin Christa Steck das Foto aus dem Film in der Zeitung sah, kamen bei ihr Erinnerungen hoch. Denn sie war bei den Dreharbeiten dabei gewesen.

Gedreht worden war „Escape To Victory“ 1979 von einem internationalen Filmteam rund um Regisseur John Huston in Budapest, aus Kostengründen war man nach Ungarn gegangen. Die gebürtige Leipzigerin Steck machte dort – als DDR-Bürgerin – mit ihrer Cousine Urlaub. Sie lernten ein paar Italiener kennen, die zur Kamera-Crew gehörten und die sie zum Filmdreh im Népstadion einschleusten. Sie war „erschüttert von der Atmosphäre und vom negativen Flair“, erinnert sich Christa Steck. Kein Wunder, wehten im Stadion doch zahlreiche Hakenkreuz-Fahnen, liefen Statisten in Soldatenuniformen und mit Schäferhunden umher. „Und Max von Sydow sah in seiner SS-Uniform zum Fürchten aus.“

Die 29-jährige Steck und ihre Cousine sahen sich hinter den Kulissen um, aßen mit den Statisten Erdbeeren und Hühnerbeine, wie sie noch genau weiß. Und eine ganz beneidenswerte Erinnerung an den Tag hat sie zudem: Pelé lief vorbei, und sie schüttelte dem Brasilianer, für viele der größte Fußballer aller Zeiten, sogar die Hand.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel