Klassik Tolles Konzert der Albert-Eckstein-Stiftung

Famose Leistung: Die Bratschistin Andrea Cativa beim Konzert der Albert-Eckstein-Stiftung.
Famose Leistung: Die Bratschistin Andrea Cativa beim Konzert der Albert-Eckstein-Stiftung. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Burkhard Schäfer 06.11.2018

Die „Streichkonzerte“ der Albert-Eck­stein-Stiftung haben in Ulm eine lange Tradition. Im Haus der Begegnung fanden sie am Samstag bereits zum siebten Mal statt. Die Stiftung, die Talenten gute Instrumente zur Verfügung stellt, selbst gibt es schon länger: seit 2005. Ins Leben gerufen hatte sie Albert Ecksteins Sohn Rolf, der den Abend moderierte.

Mit der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, die in der ersten Konzerthälfte ausschließlich auf dem Programm stand, hatte sich der Stiftungsgründer „einen persönlichen Wunsch erfüllt“, wie er sagte, vor allem, was die Arrangements der beiden Bläserwerke – die Romanze aus dem Hornkonzert KV 495 und das Adagio aus dem Klarinettenkonzert KV 622 – für Streicher betrifft. Zum Auftakt spielten die versammelten Stipendiaten unter der Leitung von Önder Baloglu aber erst einmal Mozarts größten „Hit“: das Allegro aus der „Kleinen Nachtmusik“. Unter den Händen der jungen Talente erklang sie frisch und unverbraucht.

Funken sprühend

Auch die vier anderen Mozart-Stücke, die folgten – neben den Sätzen aus dem Horn- und Klarinettenkonzert waren dies das Adagio aus dem Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur, KV 216, und das Adagio in E-Dur, KV 261 – zählen zum Bekanntesten und Schönsten aus der Feder des Meisters. Andrea Cativa (Viola, KV 495) und Mathis Merkle (Cello, KV 622) hatten die ehrenvolle Aufgabe, den Solopart der beiden „unerhörten“ Arrangements spielen zu dürfen, was ihnen glänzend gelang. Anschließend waren zuerst Philipp Zhang, dann Yoerae Kim (beide Violine) an der Reihe und meisterten ihre Aufgabe im G-Dur-Konzert (Zhang) und im E-Dur-Adagio (Kim) mit einer Bravour und Könnerschaft, die das Publikum begeisterte.

Die zweite Hälfte begann kammermusikalisch mit Kanon und Gigue in D-Dur für drei Violinen (Zhang, Kim und Friederike Schindler) und Cello (Botan Özan) von Johann Pachelbel und gestaltete sich über den Umweg Tschaikowsky, Melodie in Es-Dur, toll gespielt von der Geigerin Artemis Hähre, zunehmend virtuos.

Dass die noch folgenden Werke – von Camille Saint-Saëns („Introduction et Rondo capriccioso“), Jerry Bock/John Williams („Fiddler on the Roof“), Henryk Wieniawski („Scherzo-Tarantella“) und George Enescu („Rhapsodie Roumaine“) – Funken sprühten und es die Zuhörer regelrecht von ihren Stühlen riss, war nicht nur den inspiriert aufspielenden Geigern Katia Nuez (Saint-Saëns), Elin Kolev (Williams) und – der mit zwölf Jahren jüngsten Stipendiatin – Maya Yoffe (Wieniawski) zu verdanken, sondern auch der Pianistin Tamilla Guliyeva, die die Solisten ideal begleitete. Zu Enescus „Rhapsodie“, arrangiert für zehn Violinen, zeigten sich zum guten Schluss dann alle Violin-Stipendiaten von ihrer klanglich schönsten Seite.

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