Tödlicher Werbe-Gag

hep 13.10.2018

Er erfand den deutschen Sozio-Krimi, war einer der produktivsten Autoren und hatte einen ausgeprägten Sinn für trockenen Humor. „Posthume Veröffentlichungen sind ja auch etwas Schönes“, hatte er schwerkrank noch im Frühjahr an seinem 80. Geburtstag gescherzt. Vor drei Wochen ist Horst Bosetzky, der jahrzehntelang nur unter dem Pseudonym -ky bekannt war, gestorben. Nun ist „Selbst ist der Mörder“ (Gmeiner Verlag, 284 Seiten, 13 Euro) erschienen. Darin inszeniert Simon Kesseling, ein aufstrebender, populistischer Berliner Politiker, den absoluten Werbegag, um endlich bundesweit bekannt zu werden: ein Attentat auf sich selbst. Er wirbt einen zielsicheren Schulfreund an, der ihm einen Streifschuss verpassen soll. Doch Kesseling wird tödlich getroffen. Daraus macht Bosetzky eine Krimi-Groteske mit viel Berliner Lokalkolorit, in der die Politik und die Medien ihr Fett abbekommen.

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