Wegen des Umbaus des Alten Schlosses in Stuttgart muss die Stauffenberg-Erinnerungsstätte ins Haus der Geschichte umziehen - ausgerechnet kurz vor dem 75. Jahrestag des Hitler-Attentats. Von Juli an sei die Schau mindestens ein Jahr lang im Galerieraum zu sehen, sagte Museumsdirektorin Paula Lutum-Lenger am Freitag in Stuttgart. Man mache „aus der Not eine Tugend, auch wenn das ein immenser Kraftakt ist“. Binnen kürzester Zeit habe das Team eine neue Ausstellung zu Claus Schenk Graf von Stauffenberg und den Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 konzipiert.

Die Ausstellung und das Programm zum Jahrestag wendeten sich besonders an Schulen: „Es ist uns wichtig, dass sich gerade junge Menschen zum Thema Diktatur und Widerstand Gedanken machen“, sagte Lutum-Lenger. Eine Gruppe von 20 polnischen und deutschen Schülern soll zusammen mit einem Kamerateam eine Dokumentation produzieren, die in der Ausstellung zu sehen sein soll.

Mehr als 140 000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr das Haus der Geschichte und seine Ausstellungen im Land - etwas mehr als im Vorjahr. Die jüngste Zweigstelle des Hauses, das „Hotel Silber“ - die einstige Stuttgarter Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), besuchten seit der Eröffnung im Dezember 2018 etwa 25 000 Menschen.

Ende des Jahres widmet sich das Museum einer Schau zu Kopfbedeckungen wie Hut, Kopftuch und Kippa - und der Frage, warum sie noch immer viele Menschen provozieren. Von Sommer 2020 an plant das Haus eine interaktive Geschichtsplattform.

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