Stuttgart / Roland Muschel  Uhr

Bei der geplanten Sanierung der Stuttgarter Oper sorgt ein neues Gutachten zu den Kosten für das avisierte Ausweichquartier für Streit zwischen der Stadt Stuttgart und der Landesregierung. Am kommenden Freitag sollte der Verwaltungsrat des Staatstheaters  den Umzug der Spielstätte während der Opernsanierung in ein altes Paketpostamt zustimmen. Die dort notwendigen Um- und Ausbauten für die fünfjährige Nutzung beziffert ein Gutachten nun aber auf 116 Millionen Euro, inklusive Risikopuffer setzt es sogar 139 Millionen Euro an.

Stuttgarts grüner Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat deshalb das Aus für diesen Standort verkündet: „Das ist zu viel. Deshalb geht der Standort Paketpostamt nicht als Interim.“ Wissenschaftsministern Theresia Bauer und Finanz-Staatssekretärin Gisela Splett wehren sich indes gegen einen neuen Suchlauf, der auch die Opernsanierung verzögern würde.

Die beiden Grünen-Politikerinnen wiesen am Freitag darauf hin, dass das Gutachten das Paketpostamt als geeigneten Standort ausweise. Es sei ihr bewusst, „dass derartige Summen eine sinnvolle Nachnutzung nahelegen“, brachte Bauer eine neue Variante ins Spiel.

Bisher war vorgesehen, das Paketpostamt nach der Zwischennutzung abzureißen. Das Gelände soll dann gemäß der Stuttgart-21-Schlichtung dem Rosensteinpark zur Verfügung stehen. Kuhn fühlt sich daran offenbar gebunden.