Zum 250. Todestag des italienischen Malers Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770) zeigt die Stuttgarter Staatsgalerie eine Hommage an den Künstler aus eigenen Beständen und Leihgaben. Mit rund 120 Werken, darunter 25 Gemälden und Dutzenden von Zeichnungen, will das Haus die gesamte Schaffenszeit Tiepolos darstellen - von eleganten Gemälden zu Mythologie und Geschichte über dramatische religiöse Bilder bis zu Karikaturzeichnungen und Radierungen. Dabei stehen „das Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters“ und sein versteckter Humor in den Werken im Mittelpunkt.

„Bei aller Pracht beginnt er, das barocke Kunstsystem zu hinterfragen. Und er nutzt dabei einen subtilen Witz“, sagte Kuratorin Annette Hojer am Mittwoch im Vorfeld der Eröffnung der Ausstellung. Tiepolo habe schon von Beginn seiner Karriere an einen hellsichtigen Blick auf seinen Berufsstand demonstriert.

Im Mittelpunkt der „Tiepolo“-Schau steht sein Leinwandbild „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ aus dem Besitz der Staatsgalerie. Der Künstler hatte es in seinen letzten Lebensjahren in Madrid geschaffen. Zwei Gemälde aus früheren Schaffensphasen sowie der bedeutende Bestand an Zeichnungen von Tiepolo ergänzen die Sammlung. Ins Auge fallen dabei vor allem die Aktzeichnungen und Studien auf blauem Papier aus Tiepolos Zeit in Würzburg.

Der in Venedig geborene Tiepolo, einer der großen Dekorationsmaler zwischen Spätbarock und Rokoko, hat seine Spuren in Kirchen, Palästen und Landhäusern nicht nur in Italien hinterlassen. 1750 brach der Meister zusammen mit seinen Söhnen nach Würzburg auf, wo das Wandgemälde „Die Belehnung des Bischofs von Würzburg“ entstand.