Illertissen Spannungen in Nimmerland: Schwabenbühne Roth- und Illertal führt Peter Pan auf

Kein Nabada, sondern das Jugendtheater der Schwabenbühne.
Kein Nabada, sondern das Jugendtheater der Schwabenbühne. © Foto: Andrea Träger
ELVIRA LAUSCHER 19.07.2016
Peter Pan nimmt drei Kinder mit ins Nimmerland, wo sie immer Kinder bleiben dürfen. Ob das gutgeht, zeigt die Schwabenbühne Roth- und Illertal.

Erwachsen zu werden ist nicht einfach. Besonders schwer fällt es Wendy, denn für sie bedeutet es, das Kinderzimmer der zwei Brüder zu verlassen und nicht mehr von Peter Pan zu träumen. Irgendwo fern von London liegt Nimmerland. Dort werden Kinder nie erwachsen, dürfen immer spielen. Wie auch Peter Pan, der für alle Zeit ein Junge bleiben will. Jedoch gibt es wilde Tiere, Indianer, Piraten wie den Pan-Widersacher Captain Hook und seinen naiv-trotteligen Gehilfen Smee. Und es gibt die verlorenen Kinder, die nicht nur ohne Eltern aufwachsen, sondern sich auch nach Gute-Nacht-Geschichten sehnen. Solchen, wie Wendy sie ihren Brüdern erzählt.

Die meisten handeln von Peter Pan und seinem Nimmerland und sind so spannend, dass Peter Pan eines Nachts beim heimlichen Zuhören seinen Schatten im Kinderzimmer vergisst. Und so trifft in der kommenden Nacht die fiktive auf die reale Welt, was der launischen Elfe Tinkerbell gar nicht gefällt. Soll sie doch die Konkurrentin Wendy und deren Brüder mit Elfenstaub nach Nimmerland fliegen lassen. „Dieses große hässliche Menschenkind!“

Klar, dass so viel  Eifersucht Spannungen in Nimmerland hervorruft. Doch am Ende gibt es eine Versöhnung und sogar eine Lösung, wie sich die Kinder auch in Zukunft noch einmal im Jahr in Nimmerland treffen können: Wendy und ihre Brüder werden nur zum Schein erwachsen.

Unter der Regie von Richard Aigner ist ein schlüssiges Theaterstück entstanden. Ausgezeichnet gewählte Hauptdarsteller, die überzeugend, textsicher und mit teilweise famoser Bühnenpräsenz und Leichtigkeit in ihre Rollen schlüpfen, spielen neben sehr jungen Darstellern. Humorvolle Einfälle (wie das kleine und gar nicht furchterregende Krokodil), professionelle Bühnenbilder und Technik sowie ein motiviertes Jugendensemble machten Freude am Mitfiebern.

Die über 30 Fünf- bis 17-Jährigen bespielten die Schauplätze souverän, ohne Unruhe aufkommen zu lassen. Marc Gruppes Bühnenadaption des Klassikers von James M. Barrie bot dafür Raum und Abwechslung. Immer wieder wurde auch das Publikum ins Geschehen eingebunden, verriet mal den Aufenthalt der Elfe oder von Peter Pan oder klatschte begeistert beim Indianertanz mit. Und freute sich natürlich, dass dem bösen Captain Hook und seinem Komplizen schließlich der Garaus gemacht wurde. „Schockschwerenot“, würde Hook sagen, eine wahrhaft gelungene Inszenierung!

Info Weitere Aufführungen:  am 22. (20 Uhr), 23. (18 Uhr), 24. (17 Uhr), 29. (20 Uhr) und  30. Juli (18 Uhr).