Monatelang haben Archäologen auf dem ehemaligen Schottenfriedhof in Konstanz gegraben und 1300 Skelette zutage gefördert. Mittlerweile haben Fachleute 300 von ihnen gewaschen und erstmals begutachtet, wie Caroline Bleckmann vom Landesamt für Denkmalpflege am Mittwoch sagte. Ein Ergebnis: 45 Menschen, deren Skelette aus einem Massengrab geborgen wurden, wurden von einer Seuche dahingerafft. Außerdem können die Knochen Erkenntnisse liefern über Alter und Geschlecht der Toten, Berufe und frühere gesellschaftliche Stellung. Die Untersuchung aller Skelette soll noch etwa zwei Jahre dauern.

Erst dann seien konkrete Aussagen über die Kulturgeschichte der Stadt Konstanz möglich, sagte Bleckmann. Die Grabungen auf dem ehemaligen Schottenfriedhof, auf dem zuletzt ein Krankenhaus stand, waren im August dieses Jahres abgeschlossen worden.

Das Areal wurde seit dem 16. Jahrhundert als Friedhof genutzt, weshalb bis zu fünf Lagen Skelette gefunden worden seien. Auf dem Gelände wird ein neues Wohnprojekt gebaut. Die Ausgrabungen fanden statt, um die archäologischen Funde zu erhalten, bevor diese durch den Neubau zerstört worden wären.