Roman Schwule Liebe in den 50ern

Berlin / nw 25.08.2018

Kaum ein Schriftsteller hat die jüngste deutsche Geschichte so intensiv begleitet wie Christoph Hein. Von der frühen Novelle „Der fremde Freund“ über den vielgelobten Roman „Landnahme“ bis zu den jüngsten Büchern „Glückskind mit Vater“ und „Trutz“ – immer wieder hat der Autor die deutsch-deutschen Befindlichkeiten in unvergleichlicher Weise auf den Punkt gebracht. In seinem neuesten Werk „Verwirrnis“ (Suhrkamp, 303 Seiten, 22 Euro),erzählt der heute 74-Jährige die Geschichte einer schwulen Liebe, die dem gnadenlosen Muff der 50er Jahre in der DDR zu trotzen versucht. Hauptfigur ist Friedeward Ringeling, der sich in den neuen Mitschüler „Wölfchen“ verliebt. Hein erzählt diese „autobiografische Fiktion“ wieder als der scheinbar unbeteiligte, kühl distanzierte Chronist. Aber die Geschichte wirkt auch etwas blutleer.

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