Ludwigsburg Schlossfestspiele und Filmakademie feiern mit Konzert, Film und Feuerwerk

Ludwigsburg / MAGDI ABOUL-KHEIR 18.07.2016
Schlossfestspiele Ludwigsburg und Filmakademie Baden-Württemberg feiern gemeinsam beim Klassik Open Air: mit Konzert, Kino und Feuerwerk.

Mensch und Maschine. Arm und Reich. Arbeit und Freizeit. Barock und Hightech. Es sind Szenen voller Kontraste, die Marcel Wehns Stummfilm „Ludwigsburg Sinfonie“ zum vitalen, realistischen Porträt einer Stadt werden lassen – und eine ausgefeilte Orchestermusik illustriert die Bilder nicht nur,  sie kommentiert  sie auch. Weltpremiere feierte die „Ludwigsburg Sinfonie“ am Samstagabend beim Klassik Open Air der Schlossfestspiele. Die Vorführung mit Live-Musik vor fast 8000 Zuschauern und Zuhörern vor dem Seeschloss Monrepos war ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Filmakademie Baden-Württemberg – gedacht auch als „Dankeschön“ an die Stadt, die die renommierte Filmschule beherbergt, wie Akademieleiter Thomas Schadt sagte.

Ein „sinfonischer Stummfilm“ also, ein wenig angelegt an das legendäre Meisterwerk „Berlin, Sinfonie einer Großstadt“, aber doch eigenständig. Zwei Jahre ist an dem Projekt gearbeitet worden, der Studiengang Filmmusik an der Akademie war für die Vertonung zuständig: vom Orchester-Scherzo für Industrieszenen bis zu Kleintierzüchter-Jazz. Regisseur Wehn zeigt in seiner spannungsreichen Montage einen Sinn für historische Dimensionen und soziale Realitäten. Das ist kein Postkartenkitsch und kein PR-Film – oder wenn doch, dann für die Filmakademie.

Weil die am Samstag gemeinsam mit den Schlossfestspielen feierte, stand beim Klassik Open Air vor allem Filmmusik auf dem Programm. Dafür war das Orchester der Schlossfestspiele mit den Prager Symphonikern durchmischt worden: Nicht nur ist der Finne Pietari Inkinen Chefdirigent beider Ensembles, die Prager haben auch viel Erfahrung als Filmorchester. So erklangen Klassiker des Genres von den „Glorreichen Sieben“ bis zu John Williams’ unverwüstlicher „Star Wars“-Musik genau so, wie solche Musik konzertant gespielt werden sollte: mit Schmiss, Schmackes und Schmelz. Ein Genuss für Ohren und Augen: Zu „Der Pate“ erleuchtete Monrepos blutrot, zu „Out Of Africa“ gab’s gar ein Leopardenfellmuster, und bei „Harry Potter“ verwandelte sich das Schloss in Hogwarts. Das Finale: ein Feuerwerk zu „Also sprach Zarathustra“-Fanfare, „Walkürenritt“ und „Fluch der Karibik“. Großes Kino.

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