München Schiller nimmt sich die Freiheit - Musiker geht im Herbst auf Tour

Der Musiker Christopher von Deylen kommt im Herbst nach Baden-Württemberg.  
Der Musiker Christopher von Deylen kommt im Herbst nach Baden-Württemberg.   © Foto: dpa
München / DPA 20.07.2016
Eine Solo-Darbietung, an der viele mitwirken: Christopher von Deylen bringt sein Ambient-Musikprojekt „Future“ auf die Bühne.

Mit dem im Frühjahr 2016 erschienenen Album „Future“ landete Christopher von Deylen – besser bekannt als Schiller – einen lupenreinen Hattrick: Denn nach den Vorgänger-Alben „Sonne“ und „Opus“ eroberte er auch mit der neuen CD Platz eins der deutschen Charts. Nicht schlecht für ein Musikprojekt, das Ende der 90er Jahre eigentlich für Clubs konzipiert wurde. Am 27. September startet Schiller in Dresden seine Tournee, die ihn im Oktober auch nach Mannheim (7.10.), Stuttgart (8.10.) und Freiburg (9.10) führt.

Gegründet hat von Deylen das Pop- und Ambient-Musikprojekt Schiller Ende der 90er Jahre mit dem DJ Mirko von Schlieffen. Seit 2003 ist er allein für die Klänge und Inszenierungen des nach dem deutschen Dichter-Fürsten benannten Musikprojektes verantwortlich. Was nicht verwundert. Denn von Deylen ist kein ausgeprägter Team-Spieler. „Die Fäden habe ich sehr gerne selbst in der Hand.“ Schiller sei deshalb auch mehr oder weniger eine One-Man-Show. Eine Solo-Darbietung, bei der aber während der Tournee etwa 50 Menschen mitarbeiten. Sie alle dürften gut instruiert sein. Denn der 45-Jährige hat höchst genaue Vorstellungen, wie die Konzertreise umgesetzt werden soll.

„Ich werde auch bei dieser Tournee die Tourpässe und Backstage-Pässe wieder selbst gestalten“, sagt er. Das ist für ihn keine lästige Kleinarbeit, sondern Teil des Jobs. Bevor er zehn Telefonate führe, 20 Mails verschicke und sich nachher 40 Mal an den Kopf fasse, mache er vieles gleich selbst.

Vor diesem Hintergrund ist es eine kleine Sensation, dass er sich für die anstehende „Future“-Tour erstmals einen renommierten Lichtdesigner ins Boot holte: den Briten Vince Foster. Foster, der durch seine gleichermaßen spektakulären wie geschmackvollen Lichtinszenierungen für Phil Collins, Peter Gabriel und Kylie Minogue zu den Größen der Zunft zählt, bringt ideale Voraussetzungen mit. Handwerkliche Perfektion, Erfahrung, Fantasie und Flexibilität. 

Auf die Frage, was Christopher von Deylen mit dem Dramatiker und Namensgeber seines Projekts Schiller gemeinsam habe, muss der Musiker kurz überlegen. „Ich glaube, es ist der Freiheitsgedanke, den wir beide teilen. Der muss sich gar nicht so sehr im Werk finden, sondern mehr in der übergeordneten Freiheit des Individuums. Und in dem Bewusstsein, dass es Freiheit nicht umsonst gibt.“  Ein philosophischer Ansatz, der Friedrich von Schiller vielleicht sogar gefallen hätte.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel