Musik Scherer-Ensemble: Niveau mit Gesang und Laute

Ulm / Gottfried Lothar 20.04.2018

Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stand auf dem Programm,  aber das war nicht alles. Die Zuhörer im Schwörhaus haben von Gudrun Litz, der Leiterin des Sachgebietes Mittelalter und Frühe Neuzeit am Haus der Stadtgeschichte Ulm, auch etwas über die Rolle Ulms in jener Zeit erfahren.

Das Scherer-Ensemble trat in Doppelquartett-Besetzung auf mit Ulrike Blessing und Charlotte Martens (Sopran), Iris Gnahn und Katrin Neubauer (Alt), Henning Jensen und Andreas Weil (Tenor) sowie Michael Burow-Geier und Ensembleleiter Thomas Müller (Bass). Schon mit der zweiteiligen Symphoniae sacrae „Verleih uns Frieden/Gib unserm Fürsten“ von Heinrich Schütz legten sie das hohe Niveau des Abends fest. Klangschön, immer aufeinander achtend und nur selten hervortretend sangen die Acht in wechselnden Besetzungen das anspruchsvolle Programm.

Die doppelchörige Motette „O Welt, ich muss dich lassen“ hat der in Ulm zur Schule gegangene Johannes Phengius 1628 komponiert. Aus „Laudet Jehova Te Ulma“, einem lateinischen Hymnus auf ihre Heimatstadt, erklangen ein paar Verse, die Barbara Kluntz 1711 komponiert hat. Die Melodie dazu stammte von Johann Krüger, der sein „Nun danket alle Gott“ während der Verhandlungen zum westfälischen Frieden geschrieben hatte.

Begleitet wurden diese teilweise auch solistisch gesungenen Motetten in bewährter Manier von Markus Munzer-Dorn auf der Laute. Neben Stücken mit großer lautmalerischer Textausdeutung gab es mit der abschließenden Bachvertonung des Lutherchorals „Verleih uns Frieden“ eine stimmige Klammer zum Beginn dieses wunderbaren Abends.