Berlin / Thomas Block

Die Errungenschaften Alexander von Humboldts sollen hier nicht geschmälert werden. Der Preuße war ein großer Wissenschaftler. Jede der vielen Grünflächen, jede der vielen Straßen und Schulen, ja, selbst ein neuer ICE 4 – sie alle tragen zurecht seinen Namen. Aber. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen. Er hat schon auch ein bisschen Glück gehabt.

Der Entdecker im Dienste der Wissenschaft wurde in einer Zeit geboren, in der es was zu entdecken gab. Ein ganzer Kontinent lag unerforscht zu seinen Füßen – Urwald, fremde Stämme, riesige Gebirge, alles noch unvermessen. Humboldt konnte aus dem Vollen schöpfen, jede seiner Reisen ergab genug Stoff für richtig dicke Bücher.

Heute haben Wissenschaftler es nicht mehr so leicht. Alle Kontinente sind entdeckt und vermessen. Das letzte große Mysterium ist die Tiefsee, und da lauern nur so mäßig aufregende Abenteuer. Ein 40-köpfiges Wissenschaftler-Team aus 17 Ländern hat den 8000 Meter tiefen Atacamagraben vor der Küste Chiles und Perus erkundet. In dutzenden Expeditionen mit ferngesteuerten U-Booten fanden sie: kleine, schleimige Fische, die sie rosafarbene, blaue und violette Scheibenbäuche nannten. Es sei ein „aktiver und wohlgenährter“ Fisch.

Mehr gibt es über den Scheibenbauch auch gar nicht zu erzählen. Mit der Widmung eines ICE wird das so natürlich nie etwas.