Mannheim / DPA

Das weitgehend unbekannte zentralasiatische Königreich Margiana steht im Mittelpunkt einer Ausstellung in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Gezeigt werden von diesem Sonntag an rund 230 archäologische Funde aus dem dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus. Darunter sind modern wirkender Schmuck, Figurinen, Kosmetikartikel, Waffen und rätselhafte Grabbeigaben. „Diese Ausstellung trägt dazu bei, den Dornröschenschlaf dieser Hochkultur zu beenden,“ sagte Kuratorin Gabriele Pieke am Freitag in Mannheim. Ein Höhepunkt der Schau „Margiana - Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“ ist ein vierrädriger Wagen als Grabbeigabe eines Herrschers.

Im Zentrum steht die 2400 vor Christus gegründete Oasenstadt und mögliche Hauptstadt von Margiana, die bronzezeitliche Siedlung Gonur Depe. Deren 28 Hektar großes Areal mit Stadtmauer, Wehrtürmen, Festung, Palast, Handwerkervierteln, einer Nekropole und umliegenden Gehöften liegt im heutigen Turkmenistan. Kuratorin Pieke sieht die Aufarbeitung dieser Hochkultur ganz am Anfang. „Wir haben bislang nur an der Oberfläche gekratzt.“

Ein System unterirdischer Keramikröhren, ebenfalls in Mannheim zu sehen, zeugt vom hohen Organisationsgrad der Bewohner der aus Lehmziegeln erbauten Stadt, in der mehrere Tausend Menschen lebten. Bis zur Wiederentdeckung in den 1970er Jahren war die Wüstenstadt unbekannt und anders als andere antike Städte nicht durch nachfolgende Besiedelung verändert. Begleitet wird die Schau, die zuvor schon in Berlin und Hamburg zu sehen gewesen war, von Bildern der Fotografin Herlinde Koelbl.

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