Theater Neu-Ulm Schaffig im Mietshaus

Clarissa Hopfensitz als flotter Feger.
Clarissa Hopfensitz als flotter Feger. © Foto: Theater-Neu
Neu-Ulm / Petra Lehmann 06.06.2018

Ihre neue Komödie heißt „Flotter Feger“, und wieder schlüpft die 33-jährige Clarissa Hopfensitz in verschiedene Rollen. Es geht zunächst um die Putzfrau Liese Meckerle in einem schwäbischen Mietshaus, die ihrem Namen alle Ehre macht. Die Eigentümerversammlung hat die Kehrwoche abgeschafft, und damit das Treppenhaus nicht im Schmutz verkommt, putzt die Meckerle nun freiwillig jeden Tag akribisch alle fünf Stockwerke.

Sie notiert sich dabei nicht nur die An- und Abwesenheitszeiten der Mitbewohner, sondern lästert auch genüsslich über deren Eigenheiten. Kommt einem ziemlich bekannt vor, oder? Leider auch ein wenig abgedroschen! Nachdem sie in einer Zeitung ihr Horoskop gelesen hat und feststellen muss, dass sie wohl zu viel nörgelt und sich mehr in ihre Mitmenschen einfühlen sollte, beschließt die Meckertante, das eben noch so scharf kritisierte Verhalten der anderen nachzuahmen. Ihr Ziel: für mehr gegenseitiges Verständnis und Harmonie im Haus zu werben.

Also verwandelt sich Clarissa Hopfensitz in Herrn Albrecht aus dem zweiten Stock, einen verschrobenen fränkischen Künstler, der gerne mal einen Bocksbeutel zu viel trinkt. Oder in Frau Schönborn aus Hamburg, die im dritten Stock wohnt und laut Mecker-Liese „direkt von der Reeperbahn kommt“. Schließlich sind da die rappenden, unflätigen WG-Bewohner auf der vierten Etage und schließlich Herr „Al Hamadi“ unterm Dach, der als einziger einer geregelten Arbeit nachzugehen scheint, aber ziemlich komisch drauf ist.

Am Anfang wirkt das alles sehr bemüht und schleppend. Doch mit den Rollenwechseln nimmt Clarissa Hopfensitz Fahrt auf und zeigt zunehmend ihre Wandlungsfähigkeit und ihre Talente, zu denen auch Singen und Tanzen gehört. Denn die Schauspielerin hat auch eine Musicalausbildung absolviert. Leider kommen alle Rollen doch recht klischeehaft daher, und der Funke sprang bei der Premiere im Theater Neu-Ulm nur zeitweise auf das Premierenpublikum über (die nächsten Aufführungen am 8., 9., 15. und 16. Juni).  

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