„Rost mit Lichtblicken“ nennt Roswitha Geyer ihre Ausstellung in der Kunstzone Pfuhl. Der Titel ist der 1938 in Berlin geborenen und heute in Senden lebenden Künstlerin quasi Programm, wenn sie in allen gezeigten Werken rostige Fundstücke mit meist kleinen, selbstgeformten Keramik-Elementen kombiniert. Bei entsprechendem Lichteinfall in die Galerie „beginnen die Keramikteile richtiggehend zu leuchten“, so Galerist Stefan Kümmritz.

Mit der Kombination von Fundstück und Artefakt, von rau-matter und glatt-glänzender Oberfläche, vereint die gelernte Architektin Zufall und Formwille. Wobei der Zufall durch die Auswahl eines Blechs, das in der Ausstellung oft einen Kreis oder ein Rechteck bildet oder auch eine geschwungene Form hat, etwas relativiert wird. Wenn dabei das rostige Blech auch stets die größere Fläche einnimmt, so ist doch zu erkennen, dass die Künstlerin eine formale Ausgewogenheit zwischen den gegensätzlichen Materialien anstrebt. Die Balance von Formen und Farben und nicht der möglichst starke Kontrast prägt die Objekte.
Wenn es allerdings zu harmonisch wird, wenn sich ein oder zwei Fundstücke zu einer zwar reduzierten, aber doch schwungvoll-schönen Form verbinden, dann verlieren  die Objekte das „zufällige Moment“ und nähern sich dem Design. Dies ist bei Geyer immer wieder zu erkennen.
Humor zeigt die Künstlerin in der Serie „Aus dem Leben der Rostbrammen“. Das sei eine 2019 „im Illertal entdeckte, winzige, nachtaktive Vogelart“, schreibt Roswitha Geyer zu den sieben kleinen Objekten, die sich formal frei und assoziativ ornithologischen Vorgängen wie „Suchen“, „Trinken“, „Fressen“ oder „Eier legen/drei Dotter“ annähern.

Info Geöffnet ist die Ausstellung bis  20. Juni., Sa 11-17, Mi 17-20 Uhr.