Kulturerbe Richter: Goldschatz gehört der Ukraine

Amsterdam / dpa 15.12.2016

Der 2000 Jahre alte Goldschatz, den sich ein Amsterdamer Museum von vier Museen auf der Krim geliehen hat, gehört der Ukraine. Das hat ein Amsterdamer Richter gestern entschieden. Russland hatte die Krim annektiert und deshalb Anspruch auf den Schatz gestellt.

Die Kunstwerke waren zum Zeitpunkt der Annexion im Allard Pierson Archäologiemuseum der Universität Amsterdam ausgestellt. Sie müssten dem Staat zurückgegeben werden, der sie ausgeliehen hatte, befand der Richter. Dies sei die Ukraine. Er wies die Rückgabeforderung der vier Museen auf der Krim ab. Begründung: Die Krim sei nicht als souveräner Staat zu betrachten.

Die teuren Kunstwerke müssten drei weitere Monate lang an einem geheimen Ort in den Niederlanden aufbewahrt werden, ordnete das Gericht an. Denn es sei damit zu rechnen, dass gegen das Urteil Berufung eingelegt werde. Die Ukraine müsse 111 000 Euro für Lagerungs- und Versicherungskosten bezahlen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung könnten nach Ansicht von Experten bis zu fünf Jahre vergehen.

Die Kulturministerin der Krim, Arina Nowoselskaja, nannte das Urteil politisch motiviert und nicht gesetzeskonform. Die Direktorin der Krim-Museen, Tatjana Umrichina, ließ keinen Zweifel daran, dass es einen Berufungsantrag geben werde. Das Kulturministerium in Moskau sprach von einem „äußerst negativen Präzedenzfall“.   dpa