Wie sind Revolverheld denn bei den bisherigen Konzerten der Tour gefeiert worden?
JOHANNES STRATE: Ich glaube, das Publikum hat es bisher sehr genossen. Wir haben vor der Tour ja auch wirklich intensiv geprobt, haben unheimlich viel Zeug mit und sehr viele Musiker auf der Bühne. Das ist ein Konzertabend von sehr leise, dass man fast eine Stecknadel fallen hören kann, bis zu alle stehen auf und tanzen.

Ist es die klassische MTV-Unplugged-Show?
STRATE: Wir spielen das komplette Unplugged-Set, lassen also keinen Song aus und versuchen die etwas komplexeren Arrangements auch im Tour-Modus auf die Bühne zu bringen. Wir haben sehr viele Streicher und Bläser dabei, dazu Vibraphon, Perkussion – die ganze Bühne ist voller Leute. Wir haben auch Überraschungsspecials dabei, die ich natürlich nicht verraten kann. Der ganze Abend ist ein buntes, wildes Durcheinander.

In Ulm spielen Sie das große Open Air auf dem Münsterplatz. Was verbindet Sie mit der Stadt?
STRATE: Unsere allererste Tour als Support von „Die Happy“ führte natürlich ins Roxy nach Ulm. Klar. Dann war ich bei der 1000. Show von „Die Happy“ in Ulm. Das war auch legendär. Ich verspreche: Wenn das Wetter schön ist, steige ich den Münsterturm noch einmal hoch.

Sie werden den höchsten Kirchturm der Welt sogar direkt von der Bühne sehen.
STRATE: Geil. Da freue ich mich drauf. Ich habe über diese speziellen Konzerte auf dem Münsterplatz bereits sehr viel Gutes gehört.Wir fühlen uns sehr geehrt.

Jetzt zu ihrem Sound. Über die ewigen Kritiker, die Revolverheld immer zu nett und harmlos fanden, hat sich die Band souverän einfach hinweggesetzt.
STRATE: Wir machen nun einfach seit 15 Jahren zusammen Musik. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Ding, je größer es wird, immer mehr Relevanz bekommt. Da ist man einigen Leuten eben ein Dorn im Auge. Wir machen aber sehr gerne Musik für die Leute, die Lust drauf haben. Es ist völlig legitim, wenn manche das nicht mögen. Die kommen dann auch nicht zu den Konzerten und müssen sich nicht ärgern.

Das klingt ja doch sehr abgeklärt.
STRATE: Wir nehmen uns selbst einfach nicht so ernst. Das finde ich in der deutschen Musikindustrie so anstrengend, wenn man immer einen auf dick machen muss. Wir können noch immer über uns selbst lachen, und beschweren sollten wir uns sowieso nicht. Wir können von unserer Musik leben, haben tolle Fans und es werden – toi, toi, toi – ja immer noch ein paar mehr.

Wie wichtig war für die steile Erfolgskurve Ihre Jury-Beteiligung und TV-Präsenz bei Voice-Kids?
STRATE: Für mich war es eine spitzenmäßige Erfahrung. Da wachsen Generationen mit viel Talent und großem Spaß an der Musik heran. Das hat mich gerade beim Vocal Coaching sehr berührt – auch abseits der Kameras. Für die Popularität von Revolverheld war das sicherlich nicht hinderlich. Ich finde aber auch, dass wir genau zu dieser Zeit mit „Immer in Bewegung“ unser bis dahin bestes Album hingelegt haben. Man kann schon sagen: Zwischen 2014 und 2016 passt für uns sehr viel zusammen.

Wieviel Strate steckt eigentlich in Revolverheld?
STRATE: In meiner Brust schlagen einfach verschiedene Herzen, deshalb habe ich auch Lust auf verschiedene Projekte. Das eine ist dann ein sehr leises Soloalbum, das andere ein sehr groß produziertes Album wie „Immer in Bewegung“. Wenn ich noch mehr Zeit und mehr Leben hätte, würde ich wahrscheinlich noch mehr Sachen machen. Ich habe früher sehr viel fotografiert, muss das aber aufgeben. Und jetzt als Vater mit Kind sind noch ein paar andere Sachen nicht mehr möglich. Aber so ist das halt.

Welches Lied darf bei einem Auftritt auf keinen Fall fehlen?
STRATE: Ich würde ja sagen: „Lass uns gehen“. Aber das Lied, das wir seit 14 Jahren immer spielen, ist „Freunde bleiben“, mit dem wir jede Show beenden. Das darf nicht fehlen.

Gibt es einen Star in der großen Musikwelt, mit dem Sie gerne mal für einen Tag tauschen würden?
STRATE: Wenn ich ganz groß denken darf, würde ich gerne mit Sting tauschen, um zu sehen, wie seine ganzen Schlösser und Anwesen von innen aussehen. Dann aber hätte ich natürlich auch ein sehr großes Interesse daran, mit Stings Band ein paar Songs zu spielen. Immer vorausgesetzt, dass ich dann auch das Talent von Sting hätte, seine ganzen Instrumente spielen und so gut singen könnte wie er. Was natürlich nicht der Fall ist. Aber Sting bewundere ich sehr. Mir würde es schon reichen, wenn er ein Freund wäre und wir uns zweimal im Jahr auf eine Flasche Rotwein treffen würden.


Die aktuellen Informationen zur Schwörwoche finden Sie hier: www.swp.de/3868617

Auf Tour

Konzerte Revolverheld starteten ihren Erfolgskurs auch als Vorgruppe von Silbermond. Der erste Single-Hit war 2005 „Generation Rock“. Aktuell ist die Band am 3. Juli im Festspielhaus Baden-Baden, am 17. Juli auf dem Ulmer Münsterplatz und am 6. August beim Ludwigsburg Open Air im Schloss zu erleben.