Ulm Moves! Rasant, präzise, lebensfroh

Pas de deux aus „Shortcuts“.
Pas de deux aus „Shortcuts“. © Foto: Daniel M. Grafberger
Ulm / Claudia Reicherter 15.06.2018

Liegt es an der Liebe der Ulmer zum Zelt? Am Namen des 2015 mit dem Anerkennungspreis des Deutschen Tanzpreises ausgezeichneten Choreografen Ricardo Fernando? An nachbarschaftlichen Gefühlen gegenüber einem der nächstgelegenen Dreispartenhäuser? Aus welchem Grund auch immer: „Shortcuts“, die Gala des Augsburger Balletts unter der Leitung des zu Beginn dieser Spielzeit nach Stationen in Bremerhaven, Chemnitz, Pforzheim, Regensburg und Hagen als Ballettdirektor nach Bayerisch-Schwa­ben gezogenen Brasilianers, war als erste Veranstaltung des Festivals „Ulm Moves!“ ausverkauft. Trotz der für Tanz kleinen Bühne mit wenig Luft nach oben. Trotz sichtbehindernder Stützen im Zuschauerraum. Trotz vergleichsweise wenig bequemer Bestuhlung. Und trotz der gelegentlich schweißtreibenden Temperaturen, die unter der Zirkuskuppel entstehen können.

Die Besucher, die sich rechtzeitig Karten für dieses dritte Gastspiel im rundum hochkarätigen Festivalprogramm gesichert hatten, bereuten ihre Entscheidung jedenfalls nicht. Die Gala aus fünf kurzen Stücken umfasste neben zeitgenössischem Tanz die bislang noch am ehesten dem klassischen Ballett verhafteten und damit gefälligsten Elemente.

Ob in „Club 27“ auf Musik von den Doors, Janis Joplin und Amy Winehouse, zu Händels Farinelli-Arie „Lascia ch’io pian­ga“ oder in der wunderbaren, Martin Schläpfers „Petite Messe solennelle“ und „Appenzellertänze“ zur Ehre gereichenden „Cantata“ auf sizilianische Volksmusik – die zehn Tänzer begeisterten 75 kurzweilige Minuten lang mit äußerster Präzision, rasanter Eleganz und einer rundum lebensfreudigen Ausstrahlung. Bravo!

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