Moskau Pussy Riot: Neue schrille Konzerte möglich

Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa in Krasnojarsk nach ihrer Haftentlassung.
Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa in Krasnojarsk nach ihrer Haftentlassung. © Foto: dpa
AFP/DPA 27.12.2013
Die Musikerinnen Maria Aljochina (25) und Nadeschda Tolokonnikowa (24) halten sich nun in Moskau auf. Jetzt wollen sich die beiden kremlkritischen Aktivistinnen der Punk-Band Pussy Riot zu ihren weiteren Plänen äußern.

Ihre Zukunft hänge von vielen Dingen ab - auch davon, wie die Band weitermache, sagte die studierte Philosophin Nadeschda Tolokonnikowa, deren Briefwechsel mit dem slowenischen Star-Denker Slavoj Zizek jüngst das "Philosophie Magazin" veröffentlicht hat.

Die beiden Frauen wurden am Montag infolge des vom russischen Parlament verabschiedeten Amnestiegesetzes vorzeitig aus der Haft entlassen. Der im Straflager erlangte Weltruhm bedeute ihnen nichts, sagten sie in ersten Interviews. Kommerzielle Auftritte lehnten sie ab, betonte Aljochina, die am Dienstag im sibirischen Krasnojarsk auf ihre Bandkollegin traf. Die will weiter gegen das von Kremlchef Wladimir Putin geschaffene "autoritäre System" kämpfen - und den Feminismus populärer machen. Neue schrille Punkkonzerte mit provozierenden Kampfansagen an Putin seien also durchaus möglich.

Vor allem aber wollen sich die beiden jungen Mütter nach fast zwei Jahren in den für ihre Brutalität berüchtigten Lagern für einen humaneren Strafvollzug in Russland einsetzen. Deshalb schrieben sie jetzt an den prominenten Ex-Häftling Michail Chodorkowski (50): "Es wäre für uns eine große Ehre, wenn wir irgendwelche Schnittpunkte in der Menschenrechtsarbeit fänden", heißt es in ihrem Brief.