Die einen finden’s witzig, die anderen würden am liebsten noch viel mehr durch den Schredder jagen – Seehofers „großes Werk“ ist im Gespräch –, die nächsten feiern Banksy für seine Kritik am Kunstmarkt. In den sozialen Medien läuft die Aktion wie geschreddert’ Brot. Ist ja auch cool, 1,2 Millionen Euro durch den Reißwolf zu schicken, um dem Betrieb zu zeigen, was die Autonomie des Künstlers bedeuten kann: die Zerstörung des eigenen Werks, und sei es noch so teuer. Allerdings reagiert Sotheby’s seltsam entspannt auf die Aktion, denn in der Währung Aufmerksamkeit hat das Auktionshaus einen Sensationsgewinn erzielt. Hatte Sotheby’s gar selbst die Hand im Spiel? Das kaputte Werk, so wird spekuliert, könnte wertvoller sein als das ursprüngliche, in der Moderne zählt der Einfall im Zweifel mehr als das heile Bild. Frisst der Kapitalismus seine Kritiker? Ist das noch Punk oder schon PR? Vielleicht zählt vor allem eins: die Frage.