Als Warm-Up für diese heißen Tage im Sommer wurde im Reutlinger Kulturzentrum Franz.K ein Konzert-Paket mit drei Acts geschnürt. Allein mit der Gitarre eröffnete der Australier Ned Collette den Abend. Ein Auftritt aus der Okay-Abteilung.

Mit deutlich mehr Profil war am Ende des Abends die Britin Gemma Ray mit kleiner Band am Start. Country, Rock 'n'' Roll, Rock und Blues hat sie tief inhaliert, Musiker wie Nick Cave sicherlich bis zum Abwinken gehört. Ganz allein mit der halbakustischen Gitarre in der selbst geschaffenen Klangschleife und im Gegenlicht war das sehr eindrücklich, doch nach dem fulminanten Auftritt des kanadischen Trios "We Are The City" hatte es die Sängerin sehr schwer, bleibende Eindrücke zu schaffen.

Geradezu furios hatten die Boys aus Kelowna, British Columbia, die bereits seit sechs Jahren zusammenspielen, die Songs ihres Albums "Violent" zelebriert, das in Deutschland beim Berliner Label Sinnbus in zwei Wochen erscheinen wird. Grandios, wie sie sich stilsicher zwischen feinem und süffigem Pop, elektronischem Gefrickel sowie mit Breaks zerhackstücktem Post- und Progrock bewegten. Pop-Skizzen einer lebendigen Metropole voller Kontraste wie ihrer aktuellen Heimatstadt Vancouver.

Cayne McKenzie, Sänger und Extremist am E-Piano und Synthesizer, Drummer Andy Huculiak, ein echter Könner an den Fellen, zudem ein starker Soundfrickler, und Gitarrist David Menzel füllten den Raum mit ausgeklügelten Songstrukturen, flippten aus wie echte Headbanger, um dann mit Songs wie "Bottom of the Lake" oder "Friends Hurt" mit reichlich Hit-Potenzial zu wuchern. "We Are The City". Den Namen muss man sich merken.