Hallo Herr Potts, Ihre Karriere gründet sich auf Schlaflosigkeit. Wie geht es Ihnen damit?

Paul Potts: (lacht) Ja, mit „Nessun Dorma“ ging es vor zehn Jahren los. Die Arie bedeutet mir noch immer viel. Ich leide selbst nicht an Schlaflosigkeit, bin aber ein Langschläfer. Ich gehe immer spät ins Bett und stehe spät auf.

Sehen Sie sich selbst eher als Klassik- oder als Pop-Star?

Ich pack’ mich selbst nicht in Schubladen. Ich singe einfach tolle Musik, Stücke, die ich liebe und die mir viel bedeuten. Schubladen verengen alles irgendwie, und Definitionen bilden Gräben.

Und sind Sie eher ein Self-Made-Man oder ein Medienphänomen?

Klar kam ich dahin, wo ich heute stehe, mithilfe der Medien, insbesondere des Fernsehens. Aber ich habe auch viel investiert, nicht nur finanziell, sondern auch als Mensch. Es gab Zeiten, wo ich meinen Traum aufgegeben hatte. Aber so ist nun mal das Leben, es läuft nie ganz geradeaus.

Sie wurden in der Schule gemobbt. Was raten Sie Mobbingopfern?

Das kommt leider noch immer oft vor, auch bei Erwachsenen. Mein Rat: Sprich mit jemandem darüber, leide nicht alleine!

Mit „On Stage“ haben Sie soeben ein neues Album vorgelegt . . .

Es ist eine Sammlung großartiger Musik, vor allem aus Musicals, aber auch aus Opern, in denen ich zuletzt mitwirkte: Puccinis „Tosca“ und Wagners „Fliegender Holländer“. Ich hab dafür sehr ernsthaft daran gearbeitet, dass meine Stimme in Bestform ist.

Wie sorgen Sie dafür?

Indem ich Unterricht nehme und darauf achte, mich nicht zu erkälten. Das ist gerade nicht leicht, überall hustet einer. Der erntet von mir böse Blicke. Erkältungen sind meine schlimmsten Feinde.

Gerade jetzt, da Sie sich auf die  neue Tour vorbereiten . . .

Genau, „Winterträume“, da freue ich mich schon sehr drauf. In Ulm und Neu-Ulm etwa war ich noch nie, aber ich nehme mir immer Zeit, neue Städte auf Tour zu erkunden. Am Programm arbeite ich noch, aber ich kann schon verraten, dass „Nessun Dorma“ dabei sein wird.

Info „Winterträume“ mit Paul Potts, Ella Endlich, Ilja Martin und Kevin Pabst: 11. 11. Ludwigsburg, 18. 11. Singen, 19. 11. Neu-Ulm, 20. 11. Ravensburg.