Karlsruhe/Bonn Orgel als internationales Kulturerbe?

KNA 22.03.2016
50.000 Orgeln stehen in deutschen Kirchen, 400 Orgelbau-Betriebe beschäftigen in der Bundesrepublik mehr als 2500 Menschen, Tausende arbeiten als Kirchenmusiker.

Sie alle könnten Träger des internationalen immateriellen Kulturerbes der Unesco werden. Die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) hat dafür jetzt den entsprechenden Antrag eingereicht.

Orgelmusik und Orgelbau wären eines der ersten deutschen Kulturgüter auf der weltweiten Liste. Kein Wunder, sagt der Orgelsachverständige Michael Kaufmann: "Die Orgel ist als Kulturgut seit Jahrtausenden im Bewusstsein der Menschheit." Auf die deutsche Liste des immateriellen Erbes haben Orgelbau und Orgelmusik es bereits vor zwei Jahren geschafft. Diese Liste umfasst 34 lebendige Kulturformen wie Brotbacken, Sternsingen oder Morsetelegrafie. Ergänzend zu den Welterbestätten geht es darum, Alltagskulturen und -traditionen zu erhalten.

Auf die internationale Liste könnten es die ersten deutschen Kulturgüter bereits heuer schaffen: Ende November fällt die Entscheidung über die Aufnahme der ersten deutsche Unesco-Nominierung "Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften" sowie die mit deutscher Beteiligung beantragte Erweiterung des multinationalen Eintrags "Falknerei". 2017 gehen Orgelbau und Orgelmusik ins Rennen.