NOTIZEN vom 3. September 2013

SWP 03.09.2013

Terry Gilliam in Venedig

Der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz (56) ist bei den 70. Internationalen Festspielen von Venedig mit einem Science-Fiction-Film vertreten. Der gebürtige Wiener ("Django Unchained") verkörpert im Wettbewerbsbeitrag von Regisseur Terry Gilliam (72) einen depressiven Computerspezialisten der Zukunft, der das titelgebende "Zero Theorem" lösen will - die Frage nach Ursprung und Sinn des menschlichen Lebens. Kontrolliert wird er dabei von einem allwissenden Manager (Matt Damon), unterstützt von einer Psychologin (Tilda Swinton). Zur Premiere am Montag war jedoch nur Gilliam ("Fear and Loathing in Las Vegas") nach Italien gereist.

Haft für tunesische Rapper

In Tunesien sind zwei Rapper wegen Beamtenbeleidigung, Sittenverstoßes und Diffamierung zu je 21 Monaten Haft verurteilt worden - in Abwesenheit. Das teilte der Anwalt von Ala Yaacoub (25), der sich als Rapper Weld El 15 nennt, und seines Musiker-Kollegen Klay BBJ am Montag mit. Sie könnten jederzeit verhaftet werden. Er sei nicht über die Anklage informiert worden. Vor zwei Wochen waren beide nach einem Konzert in Hammamet, 60 Kilometer von Tunis, festgenommen, aber tags darauf wieder freigelassen worden. Der Song "Boulicia Kleb" (Polizisten sind Hunde), der Yaacoub im Juli eine halbjährige Bewährungsstrafe einbrachte, sei nicht gespielt worden. Unterstützer der Musiker kündigten Proteste an.

Boykottaufruf gegen Mehta

Ein Separatistenführer im indischen Teil von Kaschmir hat ein Ausgehverbot am Tag des Konzerts des Bayerischen Staatsorchesters in Srinagar gefordert. Damit soll gegen das geplante Konzert unter der Leitung des indischen Dirigenten Zubin Mehta (77) am 7. September protestiert werden, sagte Syed Ali Geelani der Nachrichtenagentur IANS. Imame in dem überwiegend muslimischen Tal sollen die Proteste anführen.

Berlin wird Comic-Hauptstadt "Comics aus Berlin - Bilder einer Stadt" heißt eine Ausstellung, die bis 15. September zum Internationalen Literaturfestival im Haus der Berliner Festspiele zu sehen ist. Werke etwa von Max Andersson, ATAK, Anke Feuchtenberger, Fil, Reinhard Kleist, OL, Till Thomas und Henning Wagenbreth prägten das künstlerische Bild der Stadt seit den späten 80er Jahren.