NOTIZEN vom 24. Dezember

Carolyn Christov-Bakagiev blickt auf ihre documenta-Zeit zurück.
Carolyn Christov-Bakagiev blickt auf ihre documenta-Zeit zurück.
SWP 24.12.2012

Hopper-Schau evakuiert

Wegen giftiger Ausdünstungen ist in Paris die Ausstellung "Edward Hopper" evakuiert worden. Rund 200 Besucher mussten am Samstagnachmittag die Säle verlassen. In einem Teil des Gebäudes sei zuvor Reinigungsmittel ausgelaufen, berichtete "Le Parisien". Sieben Mitarbeiter des Grand Palais erlitten leichte Vergiftungen. Die Hopper-Retrospektive wurde dann am Sonntag wieder geöffnet. Es ist die größte Schau, die dem US-Maler jemals in Frankreich gewidmet wurde. Sie dauert noch bis 28. Januar.

Louvre mit Rekord

Mit einer Rekordzahl von rund zehn Millionen Besuchern geht für den Louvre das Jahr 2012 zu Ende. Das seien über eine Million mehr als im Vorjahr, teilte die Museumsleitung mit. Der Louvre bleibt damit das meist besuchte Museum der Welt. Die starke Besucherzunahme sei vor allem auf die Eröffnung der neuen Säle für islamische Kunst zurückzuführen: Seit der Einweihung im September sollen bereits 650 000 Menschen die 3000 Quadratmeter große Abteilung besucht haben, die die Vielfalt der Kunst vom Jahr 622 bis zum 19. Jahrhundert widerspiegelt. Unter den ausländischen Besuchern sei vor allem die Anzahl der Chinesen gestiegen. Sie gehörten 2012 nach den Amerikanern und Brasilianern zur drittstärksten Besuchergruppe, gefolgt von den Italienern und Deutschen.

Einsame Chefin

Die Chefin der diesjährigen Documenta in Kassel, Carolyn ChristovBakargiev (55), hat während der Kunstausstellung auch Einsamkeit gespürt. "Es war großartig, dass ich mich mit so vielen Menschen austauschen konnte, die nicht aus der Kunst kommen", sagte sie dem Kunstmagazin "art". "Wie eine gigantische Universität! Das macht einen allerdings auch einsam. Es gibt dann nicht mehr so viele, die einem noch folgen können." Geärgert hat sie sich über sarkastische Reaktionen auf ihre Forderung nach einem "Wahlrecht für Erdbeeren": "Dass die Teilhabe von nichtmenschlichen Spezies so abwertend behandelt wurde, zeigt, dass manche noch einer katholisch oder allgemein religiös-monotheistisch geprägten Haltung verhaftet sind, die den Menschen zwanghaft im Mittelpunkt sehen müssen."