NOTIZEN vom 18. Mai 2013

SWP 18.05.2013

Archive rücken zusammen

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel schließen sich zu einem Forschungsverbund zusammen. Damit wollen die drei wichtigsten deutschen Forschungsbibliotheken und -archive Wissenschaftlern den Zugang zum deutschen literatur- und kulturgeschichtliche Erbe erleichtern, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung gestern mitteilte. Der Forschungsverbund soll zum 1. September starten. Er erhält für zunächst fünf Jahre zwei Millionen Euro jährlich. Investiert werden soll etwa in Projekte zur Digitalisierung und in die Entwicklung forschungsorientierter Austauschplattformen. Der neue Verbund soll auch den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.

Kunstpreis des Landes

Der Bildhauer Werner Pokorny bekommt den mit 10 000 Euro dotierten Hans-Thoma-Preis 2013 des Landes Baden-Württemberg. "Seine spezifische künstlerische Handschrift macht ihn zu einem der bedeutendsten Künstler des zeitgenössischen deutschen Südwestens", sagte Kunststaatssekretär und Jurychef Jürgen Walter gestern. Pokornys künstlerisches Schaffen reicht von kleinen Plastiken aus Holz bis zu monumentalen Stahlarbeiten, die auch öffentliche Plätze schmücken. Der 1949 in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) geborene Pokorny war von 1998 bis 2013 Professor für Allgemeine Künstlerische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er arbeitet und lebt hauptsächlich in Ettlingen bei Karlsruhe.

Farhadi und die Zensur

Asghar Farhadi, iranischer Regisseur und Oscargewinner ("Nader und Simin - eine Trennung"), fühlt sich auch außerhalb seiner Heimat nicht wirklich frei. "Es gibt zwei Arten von Zensur: die offizielle und die noch weitaus gefährlichere - die innere Zensur", sagte Farhadi gestern beim Filmfestival Cannes. Wenn er den Iran verlasse, lasse er zwar die Restriktionen hinter sich, die von dem Staat ausgingen. "Doch es gibt weiterhin die inneren Restriktionen." Die, die man nicht kontrollieren könne. Die Vergangenheit habe ihn bereits geformt. "Ich habe nun zwei Jahre außerhalb meiner Heimat gelebt, und ich kann nicht sagen, dass ich mich freier fühle." Farhadi stellte in Cannes seinen Wettbewerbsbeitrag "The Past" vor, seinen ersten in Frankreich gedrehten Film.

Kleist-Preis für Lange-Müller

Die Berliner Schriftstellerin Katja Lange-Müller wird mit dem Kleist-Preis 2013 ausgezeichnet. Die 62-Jährige sei eine der sprachmächtigsten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur, hob die Kleist-Gesellschaft gestern hervor. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird ihr im November im Berliner Ensemble überreicht. Die Laudatio hält Nike Wagner, die von der Kleist-Jury als Vertrauensperson ausgewählt worden war, den Preisträger zu bestimmen.