Vorpremiere ist, wie der Name schon sagt, die Premiere vor der Premiere. Und so war Max Uthoff, einer der Gastgeber der TV-„Anstalt“, am Freitagabend im Langenauer Pfleghof zum Üben da – mit Aussetzern und Hängern, die man ihm verzieh. Die Premiere seines neuen Programms „Moskauer Hunde“ stieg einen Tag später im Lustspielhaus zu München.

Uthoff, gelernter Rechtsanwalt, kommt very british daher: schnieke gekleidet, gepflegt in der Erscheinung, moderat im Ton. Was ihm aber an Inhalten trocken über die Lippen kommt, ist voller Sarkasmus und meist bitterböse. So ist Uthoffs neues Programm auch eine Abrechnung mit dem Kapitalismus, und den Umständen auf dieser Welt, in der die 40 reichsten Menschen so viel verdienen wie die ärmere Hälfte der gesamten Bevölkerung. Nein, zum Lachen ist das nicht. Dennoch wird man von Uthoff prima unterhalten, nicht vordergründig platt, sondern geistreich.

Das Publikum teilt er per Münzwurf ein: vorne der reiche Norden, hinten der arme Süden. Dann schwadroniert er darüber, dass Hunde durch ihr Edelfresschen in Amerika ein besseres Einkommen haben als Menschen in Argentinien oder Ägypten. Das Publikum muss das aushalten, denn: „Sie haben mir mit ihrem Eintrittsgeld die Erlaubnis gegeben, Sie zwei Stunden lang Gassi zu führen.“