Ludwigsburg/Los Angeles Ludwigsburger Student gewinnt Nachwuchs-Oscar für Afrika-Doku

Szene aus Dokumentarfilm „Galamsey“: Goldrausch in Ghana.
Szene aus Dokumentarfilm „Galamsey“: Goldrausch in Ghana. © Foto: Screenshot von vimeo.com/swp
Ludwigsburg/Los Angeles / sub 14.09.2017
Der Regiestudent Johannes Preuss gewinnt in der Kategorie „Internationale Dokumentarfilme“ einen Nachwuchs-Oscar. Nur ein weiterer deutscher Film bekommt einen der begehrten Nachwuchs-Preise

Ein Student aus Baden-Würrtemberg ist der Gewinner eines Nachwuchs-Oscars im Bereich „Internationale Dokumentarfilme“. Das gab die Academy of Motion Picture Arts and Scienes in Los Angeles am Mittwochmittag Ortszeit bekannt. Mit Johannes Preuss räumte ein Jungfilmemacher und Student aus Ludwigsburg einen der begehrten Preise ab. Sein Film „Galamsey“ überzeugte die US-Jury.

Trailer des Dokumentar-Films „Galamsey“ auf der Videoplattform „Vimeo“:

GALAMSEY Trailer (DEU) from Johannes Preuß on Vimeo.

In dem Film geht es um den Goldrausch in dem westafrikanischen Land Ghana. Dort gibt es eines der größten Goldvorkommen der Welt. Preuss hat den Alltag der Schürfer dokumentiert und sich auch mit illegalem Goldabbau befasst. In einem Exposé zum Film notierte Preuss zum Thema des Films: „6,5 Milliarden US-Dollar werden am Weltmarkt pro Jahr mit ghanaischem Gold verdient. Kaum etwas bleibt im Land.“

Der Nachwuchsregisseur war insgesamt vier Jahre in Westafrika. Seit 2011 arbeitete er insbesondere für und mit internationalen Hilfsorganisationen und in Entwicklungshilfeprojekten. Auch für einen vorigen Film war er bereits unterwegs: Für „Carretera Austral“ reiste er ins südamerikanische Patagonien.

15 Filme nominiert

Und auch jetzt ist er wieder auf Reisen. Ob er schon von seinem Glück weiß, ist nicht klar: „Er weilt gerade in Nigeria und ist daher vermutlich nicht verfügbar“, teilt die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg auf Anfrage mit. An der Schule studiert Preuss seit rund drei Jahren. Zuvor machte er seinen Master in Politik in Bonn. Geboren wurde er 1983 in Berlin. Seine Mitstudenten und Lehrer freuen sich jedenfalls für ihn: „Wir gratulieren ganz herzlich Regisseur Johannes Preuss und dem gesamten Team!!“, schreibt die Schule auf ihrer Facebook-Seite.

Neben dem Film von Preuss haben noch vier weitere Arbeiten von nicht-amerikanischen Filmschulen das Rennen bei den Studenten-Oscars gemacht, darunter ist aber nur ein weiterer deutscher Film. Die Nachwuchs-Regisseurin Katja Benrath aus Hamburg hat einen für ihren Spielfilm „Watu Wote/All of Us“ gewonnen.

Geehrt werden 15 Filme in sieben Nachwuchs-Kategorien. Insgesamt sichtete die Akademie in Los Angeles dazu in diesem Jahr 1587 Bewerbungen von rund 360 Filmschulen. Die Auszeichnungen für den Filmnachwuchs werden am 12. Oktober verliehen. In jeder Kategorie gibt es solche in Bronze, Gold oder Silber. Nie jedoch sind mehr als drei Filme pro Kategorie nominiert. Preuss ist mit seinem Film in seiner Kategorie sogar völlig außer Konkurrenz, genauso wie die Chinesin Chenglin Xie in der Kategorie „Internationaler Animationsfilm“. Im Oktober wird es deshalb für die Regisseure von internationalen Schulen nur in der dritten weltweiten Kategorie, jener für Spielfilme, noch ein wenig spannend.