Ulm Nachtkritik: Musical "Hair" mit umjubelter Premiere in der Wilhelmsburg

HEP/JÜK 17.06.2013
Ein Stück, das Love, Peace und den Pazifismus feiert, in einer ehemaligen Kaserne? Ja, das passt. Die Premiere des Musicals "Hair" auf der Wilhelmsburg war ein Riesenspektakel.

Ein Stück, das Love, Peace und den Pazifismus feiert, in einer ehemaligen Kaserne? Das Musical "Hair" auf der Wilhelmsburg, in der Zitadelle der einstigen Bundesfestung Ulm? Dieser militärische Zweckbau ist ein toller Schauplatz und die prächtige Kulisse für das Open Air des Theaters Ulm. Das hat das Potenzial dieses Areals schon lange entdeckt und in den vergangenen Jahren einige Praxis entwickelt, wie man mit der eindrucksvollen Szenerie umgehen muss. Im Falle des Hippie-Musicals "Hair": vor allem bunt. Entsprechend hat der Musicalspezialist Arthur Castro den größten Erfolg des Autoren-Trios Gerome Ragni, James Rado und Galt MacDermot in Szene gesetzt.

Am Sonntagabend hatte "Hair" bei sommerlichen Temperaturen vor 1500 Zuschauern in der ausverkauften Wilhelmsburg Premiere - mit einem rund 80-köpfigen Ensemble, mit einer um einen Bläsersatz erweiterten Band. Und natürlich mit einer Hitparade, die das Publikum in Erinnerungen an jene Zeit schwelgen lassen, als lange Haare noch ein gesellschaftspolitisches Statement waren: "Aquarius", "Easy To Be Hard", "Good Morning Starshine", "Three-Five-Zero-Zero" oder "Hare Krishna". Und zum großen Antikriegs-Finale in der Wilhelmsburg das "Let The Sunshine In": Zehn Minuten Applaus bis Viertel vor zwölf, Zugaben, Standing Ovations. "Hair" als Riesenspektakel.