So tummelte sich das Klassik-Treffen schon in "Märchenwelten" oder "An der schönen blauen Donau".

Jetzt, im 35. Jahr, sucht der Musikherbst das "Glück in allen Variationen". Weil der Residenzschloss-Saal, der repräsentative Hauptspielort, wegen verschärfter Sicherheitsvorschriften gesperrt ist und wohl erst 2018/19 wieder bespielbar sein wird, gingen die Zuschauerzahlen zurück. Mit dem Glücksthema gelang Prey nun eine Wende - bei der Besucherresonanz und bei den Einnahmen geht es wieder aufwärts.

Bekennend unzeitgeistig und abseits lärmender Event-Kultur hat Prey aus den Musiktagen eine gepflegte, leise, poetische Festival-Idylle gemacht - mit Nachwuchstalenten und prominenten Gastsolisten. Vier junge, angehende und mehrfach preisgekrönte Piano-Profis im Alter von elf bis 17 - Laetitia Hahn, Emily Hermann, Viviana-Zarah Baudis und Jonas Aumiller - verblüfften das eher reifere Publikum mit fulminanter Virtuosität. Bariton Michael Volle, der bald mit Wotan an der Met vollends in die weltweite Sänger-Walhalla aufsteigt, überzeugte in Urach mit einem hochkrätig besetzten Liedertafel-Abend. Als Pfarrerssohn in Großbettlingen aufgewachsen, will er die auch im Schwäbischen verankerte Männergesangs-Tradition auffrischen.

Fast 700 Zuschauer zog die von Prey ausgegrabene, von Heinrich Berthé kolportierte Schubert-Operette "Das Dreimäderlhaus" an. Etwas mehr Schärfe und Pfeffer hätte dem textlich arg betulichen Herz-Schmerz-Pasticcio sicher gut getan, doch die Meisterkurs-Studenten, angeleitet von dem Wiener Bariton Michael Kraus, schlugen sich sängerisch beachtlich. Glück hat das Festival auch 2016: Denn da hat sich Tenor-Superstar Jonas Kaufmann angekündigt - er hat in den 90ern oft in Urach gesungen und kommt immer wieder gerne hierher.