Frankfurt Museumschef Max Hollein geht nach Kalifornien

Beginnt schon am 1. Juni in San Francisco: Max Hollein.
Beginnt schon am 1. Juni in San Francisco: Max Hollein. © Foto: dpa
Frankfurt / EPD 24.03.2016
Die Frankfurter Museumslandschaft muss eine prägende Figur ziehen lassen. Städel- und Schirn-Direktor Max Hollein geht nach San Francisco.

Nach mehr als 15 Jahren in Frankfurt beendet Max Hollein (46) seine Arbeit als Direktor von Städelmuseum, Liebieghaus und Schirn-Kunsthalle. Hollein wird zum 1. Juni Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco, wie das Städel mitteilte. Der gebürtige Wiener leitet seit 2001 die Schirn, seit 2006 ist er auch Direktor des Städel und der Liebieghaus-Skulpturensammlung. Die Häuser gehören zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen in Europa. Die Nachfolge Holleins ist noch nicht geregelt.

"Frankfurt zu verlassen ist für mich und meine Familie eine schwere Entscheidung. Wir haben diese Stadt und deren Menschen sehr in unser Herz geschlossen", sagte Hollein. "Im Grunde hätte es im Städel, in der Schirn und im Liebieghaus immer so weiter gehen können: Alle drei Häuser sind in allerbester Verfassung und können sehr positiv in die Zukunft blicken." Er sei "von einer schier unendlichen Welle der Unterstützung von so vielen getragen sowie von einer hervorragenden Kulturpolitik gestützt" worden, sagte der Museumschef. Dennoch sei es an der Zeit, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die US-amerikanische Westküste und die Stadt San Francisco bildeten derzeit einen der "interessantesten Kristallisationspunkte der kulturellen Vielfalt", und die Fine Arts Museums of San Francisco stünden als großes enzyklopädisches Museum inmitten dieser "beispiellosen Entwicklung".

Der Vorsitzende der Städel-Administration, Nikolaus Schweickart, bedauerte die Entscheidung Holleins. Städel und Liebieghaus verlören einen seiner "erfolgreichsten und visionärsten Direktoren. Das Städel ist heute erfolgreich wie selten zuvor. Das ist insbesondere auch Max Holleins Verdienst." Ab sofort beginne die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, dessen Verantwortungsbereich sich wieder auf die Leitung aller drei Häuser erstrecken solle. Für Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bedeutet Holleins Abschied einen großen Verlust für die deutsche Kulturlandschaft. Er habe die von ihm geführten Häuser zu den "profiliertesten, bekanntesten und spannendsten Kunstinstitutionen in Europa entwickelt".

Die Fine Arts Museums of San Francisco zählen zu den bedeutendsten Museen Kaliforniens und mit 1,6 Millionen Besuchern zu den populärsten Museen in den USA. Die Sammlung hat ihre Schwerpunkte in der amerikanischen und europäischen Kunst.