Kino Mit dem Motorrad um die Welt

Alaska war Christian Vogels erstes Ziel.
Alaska war Christian Vogels erstes Ziel. © Foto: Verleih
Neu-Ulm / Henri Gallbronner 09.08.2018

„Es war nie geplant, diesen Film zu machen“, erzählt Christian Vogel den Kinogängern im Dietrich-The­ater. Dort war er zu Besuch, um sein Road-Movie „Egal was kommt“ vorzustellen. Irgendwann hatte der Fernsehjournalist (beim Hessischen Rundfunk) auf seiner Weltreise mit dem Motorrad  nämlich doch angefangen zu filmen: „Ich bin einfach nicht aus meiner Haut gekommen.“

Über 600 Stunden Rohmaterial hat er schließlich gedreht. Reduziert auf zwei Dokumentarfilm-Stunden und ergänzt mit Graphic-Novel-Elementen, die das zeigen, was Vogel nicht mit seinen Kameras einfangen konnte, ist „Egal was kommt“ ein höchst unterhaltsames und ergreifendes Kinoerlebnis.

Gelacht wurde viel im Dietrich-Theater, und die nicht wenigen anwesenden Biker fühlten offensichtlich mit dem Protagonisten mit, als er im Sand der mongolischen Wüste steckenblieb. Doch es gibt auch die stillen, nachdenklichen Momente, wenn die Musik ganz leise wird oder sogar verstummt: zum Beispiel bei Vogels schwerem Motorradunfall in Indien, bei dem nicht nur er und  sein Motorrad zu Schaden kamen. Der Filmemacher weiß bis heute nicht, ob sein Unfallgegner überhaupt überlebt hat. „Das war der Moment, wo für mich die Reise vorbei war“, erzählt er den Kinobesuchern, „wo es dann andere Menschen gebraucht hat, die mir sagten, dass es weitergehen muss“.

Dazu gehört vor allem seine Freundin und heutige Verlobte Miriam. Die Ärztin unterstützte ihn in Indien, bis Körper und Bike wieder fit waren; gemeinsam mit seiner Familie organisierte sie auch die Ersatzteile.

Heute würde Christian Vogel einiges anders machen: weniger vorab durchplanen beispielsweise. Ein leichteres Motorrad würde er mitnehmen, aber vor allem eins mit weniger Ausrüstung. „Das ist in großen Teilen alles Quark.“ Nur die Zylinderköpfe müsse man unbedingt schützen – verständnisvolles Nicken bei den Bikern.

Info Zweimal gibt es Christian Vogels Film „Egal was kommt“ noch im Dietrich-Theater zu sehen: am Sonntag und Mittwoch, jeweils 12.30 Uhr.

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