Ausstellung Michael Danner zwischen Gestalten und Zulassen

Filigrane Skulpturen und eine Tuschezeichnung von Michael Danner im Roggenburger Prälatenhof.
Filigrane Skulpturen und eine Tuschezeichnung von Michael Danner im Roggenburger Prälatenhof. © Foto: Claudia Reicherter
Roggenburg / Claudia Reicherter 07.07.2018

Diese Kunst passt perfekt zum Ort. Die Räume unterstützen in ihrer schlichten Schönheit die Wirkung von Michael Danners filigranen Skulpturen und Bildern – ohne ihnen zur Konkurrenz zu werden. Sie lassen ihnen den nötigen Raum und bilden zugleich einen unaufdringlichen luftigen Rahmen. Dabei ist „Nichts ohne das Andere“ im Haus für Kunst und Kultur des Klosters Roggenburg nichts für den „Hochgeschwindigkeitsbetrachter“, wie Pater Roman Löschinger in seiner Einführungsrede zur Ausstellungseröffnung bemerkte. Denn Danners Kunst erfordert die Bereitschaft, sich einzulassen, einen Standpunkt einzunehmen. Und diesen auch wieder zu wechseln. Dann wird sie zur prägenden Erfahrung, entschleunigend und relativierend.

Die ausgeklügelten Gestaltungen aus Metall, Luft, Fäden, Drähten und Holz, aus Leinwand, Pinsel, Wasser und Tusche, diese Begegnungen von „Gestaltungswille und Zulassenkönnen“ sind jede für sich Metaphern auf das Leben. Mit all seinen Spannungen und dem ewigen Sehnen nach Gleichgewicht und Ruhepol. Deshalb nennt der Pater den 1951 in Neu-Ulm geborenen Künstler einen „Erschließer von Wirklichkeiten“: „Es ist unser Wesen, unruhig zu sein. Und das erschließen Sie uns.“ Danner selbst sieht seine Kunst nicht im Sinne der „l’art pour l’art“, sondern als Teil des Lebens. Sie brauche den Betrachter als eine Art zweiten Schöpfer.

So haben er, Löschinger und Gerhard Mayer um „Nichts ohne das Andere“ herum ein Rahmenprogramm gestaltet, das bis Ende November Meditation, Musik und Literatur umfasst, beginnend am 22. Juli mit einem Podiumsgespräch zwischen Michael Danner und Hermann Schmid zum „Kunstwerk als stillgelegtes Geschehen“. Mitwirken darf der Besucher aber auch im ganz konkreten Sinn, indem er die Objekte berührt und anstößt – bis auf ein einziges (bis 2. Dezember, Do-Sa 14-17 Uhr, So/Feiertag 10.30-12, 14-17  Uhr).

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel