Literatur Merkel und Macron eröffnen Buchmesse

Frankfurt / epd 11.10.2017

Mit einem Bekenntnis zur Meinungs- und Pressefreiheit haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron am Dienstagabend die Frankfurter Buchmesse eröffnet. „In der Literatur spiegelt sich die Seele unserer freiheitlich verfassten Gesellschaft wider, in der die Freiheit des Geistes und der Meinungsäußerung einher geht mit politischer Freiheit“, sagte Merkel. Sie und Macron wüssten, wie wichtig es sei, sich überall in der Welt für etwas einzusetzen, was uns selbstverständlich sei.

Die Kultur könne Europa helfen, sich in einer Welt des Wandels zurechtzufinden, sagte Merkel. Autoren würden gebraucht als „Seismographen aktueller und denkbarer Entwicklungen, als Ideengeber und Brückenbauer“.

Frankreich ist diesmal Gastland der weltgrößten Fachmesse, zu der mehr als 7150 Ausstellern aus 106 Ländern erwartet werden. Aus Frankreich haben 180 Autoren ihr Kommen zugesagt, darunter Michel Houellebecq, Yasmina Reza und Alain Mabanckou.

Branche ist optimistisch

Der französische Staatspräsident Macron bezeichnete die Literatur als „beste Waffe“ gegen jene, die versuchten, Mauer zwischen Menschen zu bauen und Fanatismus zu schüren. Er betonte ihre Bedeutung für die deutsch-französischen Beziehungen und plädierte für mehr bilingualen Unterricht an den Schulen.

Buchmessen-Direktor Juergen Boos misst der Buchbranche in einer immer unübersichtlicheren Welt eine stabilisierende Rolle zu. Verlagen komme eine enorme Bedeutung zu: „Wir liberal-demokratisch gesinnten Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen giftige Narrative Hochkonjunktur haben und die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiveren Gegenentwürfen antworten.“

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, kritisierte, dass in vielen Teilen der Welt Kulturschaffende von Despoten „drangsaliert, inhaftiert und mit dem Leben bedroht“ würden.

Vorsichtig optimistisch gab sich Riethmüller hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation der Verlage. Die Branche habe trotz großer Medienkonkurrenz ihren Umsatz in den vergangenen zehn Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau halten können.

Zur weltweit größten Bücherschau werden bis Sonntag rund 280 000 Besucher erwartet. Auf dem Programm stehen mehr als 4000 Veranstaltungen mit mehr als 600 Autoren, darunter Prominente wie Dan Brown, Ken Follett und Reinhold Messner.