Menschen, Tiere, Sensationen Ausblick aufs Filmjahr 2012

MAGDI ABOUL-KHEIR 04.01.2012
Das Filmjahr 2012 beginnt mit Oscar-Ware, setzt sich mit kommerziell vielversprechendem Popcornkino fort und endet mit Knallern: mit dem Jubiläums-Bond, dem Hobbit und einem neuen Tarantino.

Der Waisenjunge Hugo, der alleine in den Gemäuern eines Pariser Bahnhofs lebt, erlangt Eintritt in eine zauberhaft-fantastische Welt. Was er dort kennenlernt, ist letztlich nichts anderes als die Magie des Kinos. Das ist die Geschichte von Martin Scorseses "Hugo Cabret". Scorsese? Ja, der Meister abgründiger Thriller hat einen wunderbaren Film für große und kleine Kinder gedreht, und das in 3D!

Am 9. Februar läuft er in Deutschland an, ein Höhepunkt der Oscar-Saison. Weitere Filmpreis-Favoriten, die demnächst starten: David Finchers "Verblendung" nach Stieg Larsson, der französische Schwarz-Weiß-Stummfilm "The Artist", Steven Spielbergs Pferde-Kriegsdrama "Gefährten", Meryl Streep als "Eiserne Lady" und die Tragikomödie "The Descendants" mit George Clooney und dem dämlichen deutschen Untertitel "Familie und andere Angelegenheiten".

Apropos Familie: 2012 kehren die Muppets und das Sams ins Kino zurück, der kleine Rabe Socke schaut auch mal vorbei, zudem gibt es reichlich Animationshits wie "Ice Age 4" und "Madagascar 3".

Die meisten dieser Trickfilme wie auch etliche andere Blockbuster sind natürlich in 3D - insgesamt rund drei Dutzend Filme. Aber auch ältere Kassenschlager werden konvertiert: Den Auftakt macht "Star Wars Episode I" im Februar, im April geht die "Titanic" dreidimensional unter; das historische Ereignis jährt sich da just zum 100. Mal.

Hollywood setzt eben gern auf bereits Erfolgreiches. So bilden Fortsetzungen, Remakes und Neu-Interpretationen von etablierten Film-Marken auch das Korsett des Filmjahrgangs 2012. Jason Bourne und die Men in Black kehren zurück, Stallone lässt seine Action-Altherren "Expendables" wieder herumballern, dafür sieht Spiderman jetzt viel jünger aus. Großes erhoffen Fans von Ridley Scott, der in "Prometheus" die "Alien"-Vorgeschichte zeigt, und von Christopher Nolan, der seine düstere Batman-Trilogie mit "The Dark Knight Rises" abschließt. Ach ja, "Twilight" wird auch zu Ende gebracht.

Fortsetzungen oder nicht, Fantasy ist weiter angesagt. Toll könnten die Mars-Abenteuer in "John Carter" werden, Genrefans sind auch gespannt auf die "Tribute von Panem"-Adaption. Schneewittchen sowie und Hänsel und Gretel als Actionhelden runden das nur bedingt märchenhafte Treiben ab. Ein feuchter Kinotraum für Comicfans wird "The Avengers", in dem Iron Man, Captain America, Thor, Hulk & Co. gemeinsam aufräumen.

Für makabre Späße sorgt Tim Burton, und zwar doppelt, mit "Dark Shadows" und "Frankenweenie". Einen Spaß anderer Art garantiert Sacha "Borat" Cohen: Er überschreitet als arabischer "Dictator" alle Grenzen der Political Correctness.

Und das deutsche Kino? Freudig erwartet wird Helmut Dietls Quasi-Fortsetzung von "Kir Royal": "Zettl" mit Bully Herbig. Doris Dörrie hat mit "Glück" einen intensiven Liebesfilm gedreht, Margarethe von Trotha setzt Barbara Sukowa als Hannah Arendt in Szene, zudem gibts Bestseller-Kino von "Russendisko" bis "Vermessung der Welt".

Zum Jahresende erwarten die Fans gleich drei Megaknaller. James Bond erlebt mit "Skyfall" ein neues Abenteuer - genau 50 Jahre nach seinem ersten Kinoauftritt; in Gestalt von Sam Mendes führt nun sogar ein Oscar-Gewinner Regie. Peter Jackson erzählt im "Hobbit" die heißersehnte Vorgeschichte zum "Herrn der Ringe". Und Quentin Tarantino beglückt Cineasten, indem er er sich mit einer guten Handvoll Stars in "Django Unchained" dem Western-Genre annimmt. Garantiert nicht für Kinder und nur in 2D.

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