Maler, Galerist und Kunsterzieher – Manfred Bittner wusste das über Jahrzehnte zu verbinden, ohne je gestresst zu wirken. Und seine Malschule Roggenburg, die er jetzt aufgegeben hat, leitete er auch 39 Jahre. Die Galerie auf der Insel bespielt er nun seit fast 25 Jahren und da er dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, schenkt er sich dort eine Retrospektive. Der Titel „Über die Jahre . . . und vom Wechsel der Konzepte!“

Das älteste Bild, das Porträt einer jungen Frau in akademischer Manier, stammt von 1967. Daneben hängt ein Selbstporträt des Künstlers als junger Mann, das vier Jahre später entstand und stilistisch mit seiner radikalen Reduktion und Formenauflösung das Gegenkonzept zum Porträt der Frau ist. Die Bilder sind in der Zeit der akademischen Ausbildung in Augsburg entstanden, wo Bittner mit 18 in die Werkkunstschule aufgenommen wurde.

Die Zeit der Ausbildung bezeichnet Bittner als toll, mit all den „Ismen“, die es damals gab: „Man musste sich nur ein bisschen umschauen, alles war da.“ So hängen in der Ausstellung frühe Bilder, die mehr oder weniger dem analytischen Kubismus, der Pop Art oder Zero nahe stehen.

Ganz abstrakt habe er allerdings so gut wie nie gemalt, sagt Bittner. Zwei kleine Exponate sind die absolute Ausnahme. „Mein Ausgangspunkt für die Malerei ist stets ein realer, ob eine Landschaft oder ein Haus, das ist egal, aber der Bezug muss sein.“

Dieser Ausgangspunkt ist die eine Konstante, die sich bis heute bei allem Wechsel der Konzepte gehalten hat. Ein zweiter ist die expressive malerische Haltung. Locker lässt Bittner die exakte Abbildung hinter sich und löst Formen in Malerei auf. Auch in den aktuellen, streng komponierten Architekturbildern Venedigs, die immer den Ausschnitt einer Hauswand aufnehmen, zeigen flächige Binnenbereiche eine freie Pinselführung. So zeigt die Retrospektive nicht nur den Wechsel der Konzepte in Bittners Malerei auf, sondern auch die Konstanten.

Info Die Ausstellung läuft bis 17. Februar: Do-So 16-18 Uhr.