Pop Lollapalooza zum Vierten: Ein bunter Clash

Überzeugend: The Weeknd bei Lollapalooza.
Überzeugend: The Weeknd bei Lollapalooza. © Foto: Udo Eberl
Berlin / Udo Eberl 11.09.2018

Wanderzirkus Lollapalooza. Das galt bisher für den Berliner Festival-Ableger. Die vierte Ausgabe fand nun im und rund ums Olympiastadion statt und das soll auch 2019 wieder der Fall sein. Dann vermutlich mit verbesserter Organisation, denn bei der Premiere mischten sich reichlich Verärgerung in den Musik- und Partyspaß.

Lange Schlangen, vor allem vor dem Stadion, in dem die „Perry’s Stage“ zum Club-Erlebnis für jeweils nur 25 000 von 70 000 Besuchern wurde. Zu den Beats der Elektronik- und Partyidole Armin Van Buuren und David Guetta oder dem Berliner HipHop-Duo SXTN und House-DJ Kygo wollten aber viel mehr abfeiern. Die Veranstalter entschuldigten den Einlass-Stopp mit einem Sicherheitskonzept, in dem die Öffnung der Ränge nicht eingeplant war.

Wer aber im Stadion war, erlebte, wie sich das Rund tatsächlich in eine Dance-Arena verwandelte. Ein Sound-Schwerpunkt, der auch das ganze Festival veränderte. Trotz oder vielleicht gerade wegen des Clashs der Musikstile und der vielen bunten Angebote im Gesamtpaket Eventpark Lollapalooza wurde das durchaus geeignete Areal zum rummelplatzartigen Bienenstock.

Und die Musik? Guetta blieb auch durchs Absperrgitter gehört typisch Guetta, Kraftwerk funktionierten ganz groß mit und ohne Roboter. Die Londoner Überfliegerin Dua Lipa konnte mit ihrem Charts-Sound auch live vor großer Menge überzeugen, dem R ’n’ B-Star The Weeknd war das am Samstagabend mit amtlicher Liveband im Rücken gelungen.

Natürlich gab es auch Erkenntnisse. Casper ging musikalisch mächtig ab, zumal nicht überraschend Rapper-Kollege Marteria und Sänger-Freund Drangsal mit am Start waren. Seine Ansagen nervten dennoch. K.I.Z. waren beim Heimspiel diesbezüglich deutlich witziger. Dann waren da ja noch die immer großartigen The National. Und Ben Howard, der mit seinem psychedelischen  Alternative Folk und seiner introspektiven Show auf einem solch großen Festival der Selbstdarstellung einfach völlig fehl am Platze war. Aber auch das hätte man wissen können.

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