Der Literaturnobelpreis ist neben dem Friedensnobelpreis, die am meist beachtete Auszeichnung. Während die wissenschaftlichen Preise für eine herausragende Leistung ausgezeichnet werden, wird beim Nobelpreis für Literatur das gesamte Werk einer Schriftstellerin oder Schriftstellers gewürdigt. Die Preisträger mussten ihn fast nie mit anderen Personen teilen. Bis auf wenige Ausnahmen. Zuletzt 1950, da ging der Preis an William Falkner und Bertrand Russell.

Die Gewinner

Der Literaturnobelpreis für 2019 geht an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke. Das teilte die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm mit.

Die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk erhält den nachgeholten Literaturnobelpreis für das Jahr 2018.

Warum es dieses Jahr zwei Literaturnobelpreise gibt

Schwere Betrugsvorwürfen und Sex-Affären erschütterte 2018 das Komitee der Schwedischen Akademie. Damals hatte der Fotograf Jean-Claude Arnault, dessen Ehefrau Katarina Frostenson die ein langjähriges Mitglied der Akademie war und die den Nobelpreis für Literatur vergab, mehrfach Frauen sexuell missbraucht, darunter Thronfolgerin Viktoria, auch sie wurde von ihm sexuell belästigt. Arnault gab auch geheime Namen von Literaturnobelpreisträgern preis. Daraufhin teilte Carl-Henrik Heldin, Vorstandsvorsitzender der Nobelstiftung, in einer Presserklärung mit: „Die Nobelstiftung unterstützt die Entscheidung der schwedischen Akademie, den Nobelpreis für Literatur 2018 zu verschieben. Die Krise in der schwedischen Akademie hat sich negativ auf den Nobelpreis ausgewirkt. Ihre Entscheidung unterstreicht den Ernst der Lage und wird dazu beitragen, das langfristige Ansehen des Nobelpreises zu sichern“. Deshalb gibt es 2019 gleich zwei Nobelpreise für Literatur. Beide Preise sind diesmal mit jeweils neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830 000 Euro) dotiert.

Preisträger der letzten 20 Jahre

  • 2017 Kazuo Ishiguro
  • 2016 Bob Dylan
  • 2015 Swetlana Alexijewitsch
  • 2014 Patrick Modiano
  • 2013 Alice Munro
  • 2012 Mo Yan
  • 2011 Tomas Tranströmer
  • 2010 Mario Vargas Llosa
  • 2009 Herta Müller
  • 2008 J.M.G. Le Clézio
  • 2007 Doris Lessing
  • 2006 Orhan Pamuk
  • 2005 Harold Pinter
  • 2004 Elfriede Jelinek
  • 2003 J.M. Coetzee
  • 2002 Imre Kertész
  • 2001 V.S. Naipaul
  • 2000 Gao Xingjian
  • 1999 Günter Grass