Die Kunstwelt trauert um einen großen Sammler und Mäzen: Frieder Burda, der eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst zusammentrug, ist nach längerer Krankheit in Baden-Baden gestorben. Seine letzten Stunden habe er am Sonntag im Kreise seiner Familie verbracht, teilte am Montag eine Sprecherin des von ihm gegründeten Museums Frieder Burda in der Kurstadt mit. Zur genauen Todesursache wurden keine Angaben gemacht. Burda wurde 83 Jahre alt.

Sein jüngerer Bruder, der Verleger Hubert Burda, äußerte sich bestürzt. „Frieder und mich hat immer unsere tiefe Liebe zur Kunst verbunden. Mein Bruder hat ihr nach dem Tod unseres Vaters sein Leben gewidmet, und er hinterlässt der Welt mit über 1000 frei zugänglichen Meisterwerken ein großartiges Vermächtnis.“

Das Museum Frieder Burda würdigte seinen Gründer als große Sammlerpersönlichkeit. Burda sei für seine Mitarbeiter ein Vorbild an Bescheidenheit und Menschlichkeit gewesen. Als Privatmensch habe er es vermocht, Familie und Freunde immer wieder neu zusammenzuführen. Die Direktorin der Sammlung Würth in Künzelsau, C. Sylvia Weber, hob Burdas Begeisterung und seinen feinen Sinn für Kunst hervor: „Der Sammlung Würth wird der kreative Austausch mit ihm sehr fehlen.“

Burda wurde am 29. April 1936 in Gengenbach (Baden) geboren, als zweiter von drei Söhnen des Verlegerehepaares Aenne und Franz Burda. Zunächst absolvierte er eine Drucker- und Verlagslehre und später eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern seines Vaters, bevor er sich nach diversen Stationen unter anderem im Ausland gänzlich der Kunst zuwandte.

Ende der 60er Jahre begann er seine Laufbahn als Sammler: Er erstand 1968 für 3500 D-Mark ein Bild des Malers Lucio Fontana, das er zuvor auf der documenta in Kassel entdeckt hatte - Grundstein für seine hochkarätige Sammlung mit Meisterwerken unter anderem von Pablo Picasso, Ludwig Kirchner, Jackson Pollock, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

Im Jahr 1998 gründete er die Stiftung Frieder Burda und ließ sechs Jahre später das ebenfalls nach ihm benannte Museum bauen, das die Sammlung seitdem beherbergt: ein spektakulärer, lichtdurchfluteter Entwurf des Architekten Richard Meier und ein Touristenmagnet für die Stadt Baden-Baden, deren Ehrenbürger er war. „Die Stadt verneigt sich in großer Dankbarkeit“, sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU). Sie nannte Burda einen warmherzigen und bescheidenen Menschen, der der Stadt mit dem Museum ein einzigartiges Geschenk gemacht habe.

Rund 200 000 Besucher jährlich strömen in das Haus, das immer wieder mit großen Ausstellungen von sich reden machte. Seit mehr als zwei Jahren wird es von Direktor Henning Schaper geführt. Burdas Stieftochter Patricia Kamp, die in der Vergangenheit immer mal als Museumschefin gehandelt worden war, leitet seitdem den „Salon Berlin“, eine Art Schaufenster des Museums Frieder Burda in der Hauptstadt. Burda hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem täglichen Geschäft zurückgezogen.

Museum Frieder Burda

Nachruf des Musems auf Frieder Burda