Galeristen zeigen auf Messen gerne Neues. Aber Wiedererkennen ist gut fürs Geschäft, das weiß der Ulmer Galerist Tobias Schrade. Bei der Art Karlsruhe (13. bis 16. Februar) stellt er, wie im Vorjahr, Vögel des Leipziger Bildhauers Matthias Garff auf den Skulpturenplatz. „Die Tiere haben uns 2019 mehr Presse gebracht als wir jemals zuvor hatten“, freut er sich. Jetzt hofft der Ulmer auf vergleichbare Aufmerksamkeit – und auf noch bessere Verkäufe. Denn die neuen Vögel sind nur noch mannshoch und damit kundenfreundlicher.

Rund 200 Galerien präsentieren sich bei der Art Karlsruhe

Die 2004 gegründete Art Karlsruhe ist die wichtigste Kunstmesse im Südwesten. Rund 200 Galerien präsentieren ihr Programm auf dem Messegelände. Vor allem die Händler aus Baden-Württemberg sind in den Hallen vertreten, für sie ist die Art Karlsruhe ein Pflichttermin. Aus Ulm sind zwei Aussteller dabei: die Bege-Galerien und Tobias Schrade – mit ganz unterschiedlichen Konzepten.

Die Galerie Tobias Schrade (Halle 4, P04) zeigt elf Künstler aus ihrem Programm. Der Schwerpunkt liegt auf alten Bekannten wie Lothar Seruset, Menno Fahl oder Danielle Zimmermann. Erstmals am Schrade-Stand zu sehen ist der Maler Tesfaye Urgessa, der auch schon eine Einzelausstellung in den Uffizien in Florenz hatte. „Er steht derzeit unter verschärfter Beobachtung“, sagt der Galerist über das Interesse des Kunstmarkts an dem Äthiopier.

Nur drei Künstler bei den Bege-Galerien

Bernd Geserick von den Ulmer Bege-Galerien (Halle 3, F06) probiert dieses Jahr etwas aus: Er konzentriert sich an seinem Stand auf nur drei Künstler: den Holzbildhauer Armin Göhringer, den für seine Stahlarbeiten bekannten Thomas Röthel und den abstrakten Expressionisten Todd Williamson, der 2019 bei der Biennale in Venedig beteiligt war. Geserick „möchte es einfach mal wissen“, ob die Reduzierung der Künstlerzahl den einzelnen Positionen mehr Aufmerksamkeit einbringe. „Das hat mich schon immer einmal gebitzelt.“

Eine Röthel-Arbeit wird jedenfalls auffallen in Karlsruhe: Die sieben Meter hohe Stahl-Stele wurde schon am Mittwoch in der Messe aufgestellt. Galerist Geserick: „Die sieht man durch die ganze Halle“.