Schlechter kann man das Erscheinen eines Buches wohl nicht timen: Kaum ist der Mörder des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme offiziell gefunden, erscheint der Krimi „Die Taten der Toten“ des Autoren-Duos Roman Voosen und Kerstin Signe Danielson. Und der dreht sich eben genau um dieses Attentat, die Ermittlungspannen der Polizei und die Frage, ob diese Pannen nicht gewollt waren, um von den wahren Tätern abzulenken.
34 Jahre nach dem Attentat hat die schwedische Polizei die Akte Olof Palme geschlossen. Sein Mörder sei Stig Engström, der so genannte „Skandia-Mann“, der gleich neben dem Tatort bei der Skandia-Versicherung arbeitete und sich den Ermittlern mehrfach als Zeuge anbot. Engström ist vor 20 Jahren gestorben. War er der Täter? Voosen und Danielson sagen nein.  Sie haben acht Jahre lang recherchiert  und setzen ihre Ermittler, die Polizistinnen  Stina Forss und Ingryd Nyström, auf eine neue Spur. Und die ist  nicht nur brillant konstruiert, das Autorenpaar klopft auch höchst sachkundig all die Alternativen ab, die in den vergangenen Jahrzehnten diskutiert worden waren.

Polizistin überlebt knapp einen Mordanschlag

Stina Forss entdeckt im Nachlass ihres Vaters den Revolver, nach dem alle Ermittler in Schweden jahrzehnte lang gesucht haben. Es ist die Waffe, mit der Palme erschossen und dessen Frau leicht verletzt wurde. Was hat ihr Vater, ein gewalttätiger, alkoholkranker Elitesoldat mit dem Attentat zu tun?  Bevor sie überhaupt nachdenken kann, wird ein Mordanschlag auf Forss verübt, den sie knapp überlebt.
Ihre Kollegen stellen sie unter Polizeischutz, doch der Kommissarin gelingt es, sich der Obhut zu entziehen und die Waffe zu sichern. Sie taucht unter und täuscht ihren Selbstmord vor. Nur so kann sie sich vor den Leuten schützen, die auch 34 Jahre nach dem Attentat verhindern wollen, dass der Fall neu aufgerollt wird.
Während Stina Forss versucht, ihre Verfolger abzuschütteln, überprüfen ihre Kollegen und ihre Chefin Ingryd Nyström die wichtigsten Spuren im Mordfall Olof Palme –  natürlich auch die des „Skandia-Manns“ und die Hinweise auf das südafrikanische Apartheid-Regime.  Dabei beleuchtet „Die Taten der Toten“ die sozialdemokratische Hochzeit der Ära Palme, in der aber auch am rechten Rand bei der Polizei und in der Armee Kräfte dagegen mobil machten.
Das Ganze ist gut konstruiert und spannend.